Kritik vom Preisüberwacher

Medizinische Hilfsmittel sind in der Schweiz teurer

publiziert: Donnerstag, 2. Feb 2012 / 15:09 Uhr
Zu teure Hilfsmittel in der Schweiz.
Zu teure Hilfsmittel in der Schweiz.

Wie viele andere Produkte sind in der Schweiz auch die medizinischen Hilfsmittel zum Teil deutlich teurer als im Ausland. Preisüberwacher Stefan Meierhans ortet ein Sparpotenzial in Millionenhöhe, wie er in seinem neusten Newsletter vom Donnerstag schreibt.

2 Meldungen im Zusammenhang
Seien es Blutzucker-Teststreifen, Atemtherapiegeräte oder orthopädische Stützstrümpfe - medizinische Hilfsmittel werden in der Schweiz nach den Tarifen der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) vergütet.

Der MiGeL-Tarif legt fest, welche Beträge von den Krankenkassen zulasten der obligatorischen Krankenversicherung maximal vergütet werden. Festgelegt werden die Preise vom Eidgenössischen Departement des Innern (EDI).

Laut Krankenkassenverband santésuisse haben sich die via Grundversicherung abgerechneten Kosten für die von Arztpraxen, Apotheken und anderen Ausgabestellen abgegebenen Mittel und Gegenstände zwischen 2004 und 2008 von 185 Millionen Franken auf 386 Millionen Franken mehr als verdoppelt. Die Gesamtkosten der KVG-Leistungen stiegen im gleichen Zeitraum nur um 20,7 Prozent.

Der Preisüberwacher hat einige der MiGeL-Tarife unter die Lupe genommen und mit den Preisen im Ausland verglichen. Fazit: Zwar liegen die Schweizer Preise zum Teil unter den Höchstvergütungsbeträgen (HVB); meist sind sie aber höher als im Ausland.

Maximalvergütungen zu hoch angesetzt

Überdies seien die HVB oftmals viel zu hoch, heisst es im Newsletter weiter. Die überhöhten HVB sicherten den Lieferanten von Mitteln und Gegenständen eine Art Preisaufschlag zu - auf Kosten der Versicherten.

50 Prozent der MiGeL-Tarifpositionen wurden seit 1998 nicht mehr überprüft. Der Preisüberwacher empfiehlt dem EDI deshalb, jede Tarifposition alle drei Jahre auf der Basis eines internationalen Preisvergleichs zu überprüfen. Den Schweizer Lieferanten sei zudem vorzuschreiben, dass sie den Bundesbehörden und den Versicherern Daten zu den Preisen im Ausland liefern müssten.

Insbesondere fordert der Preisüberwacher eine Senkung der HVB für Geräte zur Behandlung von Schlafapnoe (PAP-Geräte) und Befeuchter sowie der Mietkosten für solcher Geräte. Die zuständige eidgenössische Kommission wird sich diesen Frühling dazu äussern.

Generell wünscht sich der Preisüberwacher ein transparentes Konzept, das eine Kontrolle der Kostenentwicklung sowie eine Überprüfung und periodische Anpassung der HVB erlaubt. Diese Arbeiten sind laut EDI im Hinblick auf die MiGeL-Revision lanciert, werden aber erst in eineinhalb bis zwei Jahren abgeschlossen sein.

(alb/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Preise der Medikamente, ... mehr lesen
Die Preise der Medikamente sollen ab 1. Januar 2010 um durchschnittlich 10 Prozent sinken.
Bern - Der Schweizer Aussenhandel mit medizinischen Geräten floriert. Er unterscheidet sich damit von den meisten übrigen Branchen, die unter der gegenwärtigen Konjunkturschwäche leiden. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Je nach Medikament und auch Rezept gibt es Unterschiede.
Je nach Medikament und auch Rezept gibt es Unterschiede.
Versicherungen Jeder, der bereits beim Arzt war und ein Medikament verschrieben bekommen hat, wird festgestellt haben, dass er in der Apotheke nicht den gesamten Preis bezahlen musste. Hierbei handelt es sich um eine Zuzahlung bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. mehr lesen  
Publinews Im Sommer liegen viele Menschen gerne in der Sonne. Nicht nur die Wärme ist dafür ein Grund. Die meisten möchten möglichst schnell braun ... mehr lesen  
Auch das Eincremen mit entsprechender Sonnencreme ist sehr wichtig.
Feste Zeiten und damit Rituale sind wichtig.
Publinews Unser Alltag ist geprägt vom Beruf, zahlreichen Terminen und dem Familienleben. Stress ist eine der vielen Folgen, der entsteht, wenn wir uns keine Pausen ... mehr lesen  
Dübendorf - Die biologisch aktiven, langsam durchströmten Sandfilter der Seewasseraufbereitung würden Nanoplastik sehr effizient aus dem Rohwasser entfernen. Das zeigte sich sowohl im Labor, als auch in grösseren, realitätsnahen Versuchen und Modellierungen. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 11°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 14°C 28°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
St. Gallen 13°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen vereinzelte Gewitter
Bern 13°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
Luzern 12°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 13°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Lugano 15°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten