Menschenrechtsverletzungen eingestanden

publiziert: Samstag, 6. Nov 2004 / 14:12 Uhr

Santiago de Chile - Das chilenische Heer hat sich erstmals zu Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur bekannt. Chiles Präsident Ricardo Lagos wertete dies als historischen Schritt.

Ricardo Lagos sprach von einem historischen Schritt.
Ricardo Lagos sprach von einem historischen Schritt.
Das chilenische Heer hat die schwierige aber unumkehrbare Entscheidung getroffen, die Verantwortung für alle strafbaren und moralisch nicht hinnehmbaren Handlungen der Vergangenheit zu übernehmen, die sie als Institution begangen hat, hiess es in einer Erklärung von Heereschef General Juan Emilio Cheyre.

Diese wurde in der Zeitung La Tercera veröffentlicht. Bisher hatte die Armee Menschenrechtsverletzungen während der Militärdiktatur von 1973 bis 1990 als Exzesse und Taten einzelner betrachtet.

Keine Entschuldigungen

Auch der Kalte Krieg biete keine Entschuldigung für die Verfehlungen, erklärte Cheyre. Menschenrechtsverletzungen können von niemandem gerechtfertigt werden.

Der chilenische Präsident Ricardo Lagos begrüsste den Mut des Heeres, sich zu seiner Rolle während der Militärdiktatur zu bekennen. Mit seinem historischen Schritt integriere sich das Heer weiter in ein demokratisches Chile, sagte Lagos während eines Besuchs in Rio de Janeiro.

Gutes Vorbild

Menschenrechtsorganisationen und Angehörige von Verschwundenen forderten Luftwaffe und Marine als andere Teilstreitkräfte auf, es dem Heer nun gleichzutun.

Die Erklärung von Cheyre erfolgte wenige Tage vor der Veröffentlichung eines Berichts über Folter und politische Gefangenschaft während der Militärdiktatur. Nach inoffiziellen Angaben waren davon 30 000 Menschen betroffen.

Der chilenische Ex-Diktator Augusto Pinochet musste sich bisher nicht für die Verbrechen der Militärdiktatur verantworten. Der 88-Jährige steht in Chile unter Hausarrest. Während seiner Gewaltherrschaft starben 3000 Menschen oder wurden verschleppt.

(rr/sda)

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