Deutschland und Frankreich pochen in Athen auf Hilfspaket-Umsetzung

Merkel und Sarkozy machen Druck

publiziert: Dienstag, 1. Nov 2011 / 18:27 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 1. Nov 2011 / 19:20 Uhr
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, Präsident Frankreichs.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, Präsident Frankreichs.

Frankfurt/Main - Deutschland und Frankreich halten ungeachtet der griechischen Pläne für eine Volksabstimmung an den Beschlüssen des Brüsseler Euro-Gipfels fest. Beide Länder mahnten in einer gemeinsamen Erklärung Griechenland am Dienstag, sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten.

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An einem kurzfristig anberaumten Spitzentreffen am Mittwoch in Cannes von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy soll die erneute Griechenland-Krise besprochen werden.

Nach einem Telefonat zwischen Merkel und Sarkozy hiess es am Dienstag, man sei sich einig, dass die Übereinkünfte des Euro-Gipfels «Griechenland die Rückkehr zu einem dauerhaften Wachstum erlaubt».

In der deutsch-französischen Erklärung heisst es weiter, Deutschland und Frankreich wünschten, «dass in Abstimmung mit ihren europäischen Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bald ein Zeitplan zur Umsetzung dieser Vereinbarung angenommen wird».

Pochen auf Brüsseler Beschlüsse

In der Erklärung werden die Ergebnisse des Gipfels vergangene Woche in Brüssel nochmals hervorgehoben. Man habe sich auf ein «neues mehrjähriges Hilfsprogramm der EU und des IWF im Volumen von 100 Milliarden Euro verständigt», heisst es.

Eine Übereinkunft sei auch mit dem Privatsektor getroffen worden, die es erlaube, im Wege eines 50-prozentigen freiwilligen Forderungsverzichts seitens der privaten Gläubiger, die griechische Schuldentragfähigkeit zurückzugewinnen. Dies entspreche einem Forderungsverzicht von ungefähr 100 Milliarden Euro, wird in der Erklärung weiter betont.

Die Mitgliedstaaten der Eurozone hätten sich zudem bereit erklärt, «zu der Gesamtheit der Massnahmen in Bezug auf die Beteiligung des Privatsektors mit 30 Milliarden Euro beizutragen».

Börsen brechen weltweit ein

Die Börsen reagierten weltweit entgeistert auf Papandreous Vorschlag. Der europäische Leitindex Stoxx 50 gab bis zum späten Dienstagnachmittag um 3,3 Prozent nach. Die Schweizer Börse schloss 2,5 Prozent im Minus. Der deutsche Index DAX tauchte um 5,0 Prozent, während die Börse in Athen knapp 7 Prozent verlor. Auch die Börsen in Paris, London und New York wurden in die Tiefe gerissen.

Die Ankündigung einer Volksabstimmung durch den griechischen Regierungschef Papandreou löste am Dienstag weltweit Kopfschütteln bei Regierungen und Finanzexperten aus. Als wahrscheinliche Szenarien wurden ein Staatsbankrott Griechenlands und dessen Austritt aus der Euro-Zone genannt.

(fest/sda)

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