Microsoft präsentiert Internet Explorer 9

publiziert: Sonntag, 22. Nov 2009 / 12:09 Uhr

Der Internet Explorer ist der Browser mit dem höchsten Marktanteil, aber zumindest in der IT-affinen Szene nicht sonderlich beliebt. Begründet ist dies sicherlich in der Microsoft-kritischen Haltung vieler PC-Anwender, hat aber auch handfeste Gründe.

Microsoft verspricht mehr Kompatibilität. (Symbolbild)
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Der Internet Explorer war zum Beispiel nie ein leuchtendes Beispiel für hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit oder Orientierung an Webstandards, die nicht von einem Browserhersteller formuliert werden - oder eben doch, denn de facto diktiert Microsoft hier kräftig mit: Auf Internet-Explorer-Kompatibilität können Webdesigner dank des hohen Marktanteils einfach nicht verzichten.

Doch die Redmonder scheinen sich an dieser Stelle eines besseren zu besinnen: Mit dem Internet Explorer 9, der jetzt in einem sehr frühen Entwicklungsstadium auf der Professional Developer Conference (PDC) in Los Angeles präsentiert wurde, soll hier einiges besser werden.

Die Einhaltung von Standards wird zum Beispiel mit dem so genannten Acid-Test gemessen, den es mittlerweile in drei Varianten gibt. Im aktuellsten Test Acid3 kann der Internet Explorer 9 schon jetzt 32 von 100 möglichen Punkten erreichen, wie Microsoft auf der Präsentation zeigte. Eine ziemliche Verbesserung nach den aktuell 20 Punkten bei Internet Explorer 8, aber auch hoffentlich nur ein erster Schritt.

Die Konkurrenten Chrome, Apples Safari und Opera legen hier die komplette 100 hin, lediglich der Firefox schwächelt in der aktuellen Version 3.5 hier aus der Riege der fünf grossen Browser leicht und kommt auf 93 Punkte. Microsoft hat also trotz allem noch viel aufzuholen, aber die Richtung stimmt. In Bezug auf die Implementierung von Web-Standards verspricht Microsoft in Gänze unter anderem besseren CSS-3- und HTML-5-Support, die Webdesignern neue Gestaltungs-Möglichkeiten bieten.

An der Performance-Schraube gedreht

Doch auch an ganz anderer Stelle kann der Internet Explorer 9 offensichtlich punkten: Ein Performance-Test auf der Präsentation zeigte, dass die Ausführung von JavaScript um ein vielfaches schneller sein soll als bisher. Damit soll der Internet Explorer hier in einer Geschwindigkeitsklasse mit dem Firefox liegen, auch im Vergleich zur noch nicht final veröffentlichten 3.6-Version. Der bisher führende Browser Chrome hätte aber weiterhin die Nase vorn.

Zudem soll eine weitere Neuerung die Geschwindigkeit erheblich steigern: Beim Internet-Explorer 9 nutzt die Rendering-Engine DirectX - was für manchen kryptisch klingt, bedeutet ganz einfach, dass die textliche und grafische Darstellung einer Webseite über die Grafikkarte berechnet und damit gleichzeitig die CPU entlastet wird. Vorteil ist, dass die Ausführung auch auf schwächerer Hardware schneller sein wird, und dieses bei Grafik-lastigen Webseiten um ein Vielfaches. Einhergehen soll mit der DirectX-Nutzung auch ein besseres Schriftbild.

Wie die finale Version des Internet Explorer 9 aussehen wird, ist natürlich nach drei Wochen in der Entwicklung überhaupt nicht abzuschätzen. Der erste Eindruck zeigt aber, dass Microsoft offensichtlich einiges richtig macht und auf einem guten Weg ist. Zusammengefasst gilt: Microsoft schraubt offenbar vor allem an den Möglichkeiten der Webseitendarstellung und an der Performance - und in beiden Punkten offenbar ganz ordentlich. Sollte die Entwicklung in diese Richtung fortgesetzt werden, kann er wohl in die Browser-Oberklasse aufschliessen - im Gegensatz zu heute nicht nur in Bezug auf den Marktanteil.

(Ralf Trautmann/teltarif.ch)

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