Initiative

Mindestlöhne für SGB ein «Gebot wirtschaftspolitischer Vernunft»

publiziert: Donnerstag, 27. Feb 2014 / 12:57 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Apr 2014 / 10:29 Uhr
Der Bundesrat und das Parlament raten zur Ablehnung der Mindestlohn-Initiative. (Symbolbild)
Der Bundesrat und das Parlament raten zur Ablehnung der Mindestlohn-Initiative. (Symbolbild)

Bern - Wer Vollzeit arbeitet, muss von seinem Lohn auch leben können. Für die Urheber der Mindestlohn-Initiative ist dies nicht nur ein Gebot der Menschenwürde, sondern auch der wirtschaftspolitischen Vernunft.

6 Meldungen im Zusammenhang
Das Volksbegehren des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB), über das am 18. Mai abgestimmt wird, verlangt einen landesweiten gesetzlichen Mindestlohn. Dieser soll bei 22 Franken pro Stunde liegen, was rund 4000 Franken im Monat entspricht. Zusammen mit den Gewerkschaften Unia, SYNA, Syndicom und SIT haben Vertreter des SGB am Donnerstag den Abstimmungskampf für die Initiative lanciert.

330'000 Personen in der Schweiz arbeiteten für Löhne unter 22 Franken pro Stunde, ein Drittel davon verfüge über eine abgeschlossene Berufslehre, sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner. «Sie leisten tagtäglich qualifizierte Arbeit, ohne dass sie von ihrem Lohn auch anständig leben können.» Wenn sie vom Staat unterstützt werden müssten, sei das nichts anderes als eine Lohnsubvention zugunsten von Arbeitgebern, die schlechte Löhne zahlten.

Frauen besonders betroffen

Besonders betroffen von Tieflöhnen sind Frauen. 12 Prozent arbeiten für einen Tieflohn, was ein dreimal grösserer Anteil als bei den Männern ist. Massgeblich dafür verantwortlich ist laut Rechsteiner die Lohndiskriminierung der Frauen - im Detailhandel verdienten sie im Durchschnitt 630 Franken weniger für die gleich Arbeit. Dagegen seien Mindestlöhne die wirksamste Massnahme.

SGB-Chefökonom Daniel Lampart warf dem Bundesrat Angstmacherei vor, wenn er behaupte, dass Mindestlöhne zu mehr Arbeitslosigkeit führten. Er verwies auf die Erfahrungen im Gastgewerbe, in welchem die Arbeitslosigkeit nach der Einführung von Mindestlöhnen 1998 sogar gesunken sei. Auch die OECD sei zum Schluss gekommen, dass kein Zusammenhang zwischen Mindestlöhnen und der Arbeitslosenrate nachweisbar sei.

Ein einziger robuster Befund zeige sich in Studien zu dem Thema: «Mindestlöhne erreichen ihr Ziel - sie führen zu höheren Löhnen bei den Betroffenen», sagte Lampart.

Bundesrat und Parlament empfehlen die Initiative zur Ablehnung. Ein staatlich festgelegter Mindestlohn sei das falsche Mittel, um Armut zu bekämpfen, hatte Bundesrat Johann Schneider-Ammann am Dienstag vor den Medien in Bern argumentiert. Für ihn steht das Funktionieren des Schweizer Arbeitsmarkts auf dem Spiel. Arbeitsplätze könnten verschwinden, was jenen schade, welchen die Initiative eigentlich helfen wolle.

(ww/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Luzern - In der Schweiz leben mehr als eine Million Menschen in prekären ... mehr lesen
Immer mehr, immer weniger Geld.
Bern - Rund 200 Personen sind am Samstag zum internationalen Frauentag durch Genf gezogen und haben für die Mindestlohninitiative demonstriert. Das Volksbegehren, das einen Mindestlohn von 4000 Franken im Monat vorsieht, kommt am 8. Mai zur eidgenössischen Abstimmung. mehr lesen 
Bern - Bei einem Mindestlohn im Gastgewerbe von 4000 Franken im Monat, wie es ... mehr lesen
Würden die Restaurants und Bars die höheren Lohnkosten auf die Preise schlagen, könnten die Gäste wegbleiben.
Philippe Leuba (VDK) und Bundesrat Johann Schneider-Ammann an der heutigen Medienkonferenz.
Bern - Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat den Abstimmungskampf gegen die Mindestlohn-Initiative eröffnet, über die Volk und Stände am 18. Mai befinden. Aus Sicht ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Bundesrat und Parlament ... mehr lesen 1
Der Nationalrat sagt Nein zur Mindestlohn-Initiative.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet.
Der sgv spricht sich für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine ...
Verbände Schon früh hat der sgv vor den finanziellen Folgen einer 13. AHV-Rente gewarnt. Die Finanzierungsvorschläge des Bundesrates, die eine Anhebung der Lohnprozente vorsahen, werden vom Verband als inakzeptabel bezeichnet. Der sgv spricht sich stattdessen für ein ausgewogenes Gesamtpaket aus, das eine moderate Erhöhung des Rentenalters sowie eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuersätze beinhaltet. mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte ... mehr lesen
Ständerat und kleine Kammer kommen zu keinem gemeinsamen Nenner.
Der Bundesrat müsse dafür sorgen, dass sich der Tunnel bezahlt mache.
Gotthard 2016  Altdorf - Die Alpen-Initiative fordert den Bundesrat auf, mit der Verlagerung der Gütertransporte von der ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 19°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Basel 14°C 20°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 11°C 17°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig anhaltender Regen trüb und nass
Bern 13°C 19°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 13°C 20°C bedeckt mit Gewitternleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass wechselnd bewölkt, Regen
Genf 15°C 21°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 15°C 22°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten