Misshandlungsvorwürfe gegen Bischof Mixa bestätigt

publiziert: Freitag, 14. Mai 2010 / 15:37 Uhr

Schrobenhausen/Ingolstadt - Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa hat in den 70er und 80er Jahren gezielt Heimkinder des katholischen Waisenhauses von Schrobenhausen körperlich und psychisch misshandelt oder misshandeln lassen. Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Untersuchung.

Mixa hat Heimkinder körperlich und psychisch misshandelt oder misshandeln lassen.
Mixa hat Heimkinder körperlich und psychisch misshandelt oder misshandeln lassen.
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Als Stadtpfarrer habe Mixa mit der Hand und zum Teil mit Gegenständen «schwere körperliche Züchtigungen» vorgenommen, sagte der mit den Ermittlungen der Vorfälle beauftragte Rechtsanwalt Sebastian Knott in Schrobenhausen vor Journalisten.

Die Aussagen der Opfer, die zum Teil eidesstattliche Erklärungen abgegeben hatten, wertete Knott als glaubhaft. Strafrechtlich seien die Vorwürfe allerdings verjährt.

Papst nahm Rücktrittsgesuch an

Die «Süddeutsche Zeitung» hatte die neben Mixa auch gegen Ordensschwestern des Heimes gerichtete Vorwürfe zuerst veröffentlicht. Nach anfänglichem Leugnen räumte dieser später gelegentliche Ohrfeigen ein und trat schliesslich vor drei Wochen zurück. Papst Benedikt XVI. nahm dieses Rücktrittsgesuch inzwischen an.

Laut Knott hörten die Kinder des Waisenhauses sehr oft von den Ordensschwestern in dem Heim den Satz «Warte nur, bis Mixa kommt». Den Kindern sei bewusst gewesen, dass dieser regelmässig prügelt. Ausserdem habe Mixa immer wieder Kinder beschimpft und bedroht.

Einem Mädchen habe er gesagt: «Ich möchte, dass du mich niemals vergisst. Dazu werde ich deine Zukunft ruinieren.» Die von Knott als glaubhaft bezeichnete Frau benötige bis heute therapeutische Hilfe.

Vorermittlungen eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt stellte derweil die wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs eingeleiteten Vorermittlungen gegen Mixa ein. Ein Tatverdacht habe sich durch die aufgrund einer Anzeige eingeleiteten Ermittlungen nicht bestätigt, teilte die Behörde am Freitag mit.

(ade/sda)

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