Snowboard: ISF-Weltcup in Leysin

«Mister Leysin» Gilles Jaquet schlug zum 3. Mal in Folge zu

publiziert: Samstag, 19. Jan 2002 / 16:47 Uhr

Leysin - Gilles Jaquet darf sich nach dem zweiten Saisonsieg ISF-Weltmeister im Duel nennen. Der 27-Jährige aus La Chaux-de-Fonds setzte sich am Weltcup in Leysin vor den drei weiteren Schweizer Olympia-Teilnehmern durch.

Bei den Frauen fuhr die nicht für Salt Lake City qualifizierte Ursula Bruhin ihren siebten Weltcup-Erfolg heraus.

Publikumsliebling Jaquet schaltete bei diffusen Licht- und Wetterverhältnissen im KO-Modus der Reihe nach die Schweizer Rider Roland Haldi, André Grütter und Simon Schoch aus. Allerdings verlor der Neuenburger jeweils einen der zwei Läufe. Im Final hatte er nach einem Blitzstart im ersten Run gegen Philipp Schoch relativ leichtes Spiel. Der durch Jaquets explosiven Rennbeginn scheinbar verwirrte Schoch kurvte um das erste Tor, als Jaquet bereits beim vierten angelangt war. Im zweiten Lauf fiel das Verdikt dann wesentlich knapper, aber wieder zugunsten Jaquets aus, der so zum 6. Mal ein ISF-Weltcuprennen gewann.

Mit dem Hattrick in Leysin -- Jaquet hatte bereits die letzten beiden Duel-Wettkämpfe gewonnen -- sicherte sich der sportbegeisterte Student erstmals den Titel eines ISF-Weltmeisters und löste damit Ueli Kestenholz ab, der in den letzten beiden Jahren triumphiert hatte. Aufgrund des dezimierten ISF- Rennkalenders werden die besten zwei Ergebnisse gewertet; Jaquet kann nach seinem Sieg zu Saisonbeginn in Laax von niemandem mehr ein- oder überholt werden. Das dritte und letzte Duel-Rennen wird übers Oster-Wochenende am ISF-Weltcup-Final in Davos ausgetragen.

Jaquet ist derzeit d e r dominierende Alpin-Fahrer. Vor ziemlich genau einem Jahr fuhr er an der FIS-WM in Madonna di Campiglio (It) vom 106. Startplatz in der Qualifikation zuobert aufs Podest. Auch in Laax am ersten Schweizer Olympia-Trial war Jaquet eine Klasse für sich gewesen. «Es ist ein geiles Gefühl, Doppel-Weltmeister zu sein», freute sich Jaquet nach seiner gelungenen Performance.

Die Dominanz der Schweizer Alpin-Rider manifestierte sich in Leysin, wo die letzten ISF-Duel-Rennen vor den Olympischen Spielen ausgetragen wurden, abermals. Mit Jaquet, Philipp Schoch, Ueli Kestenholz sowie Simon Schoch qualifizierten sich vier für Salt Lake City qualifizierte Athleten für die Halbfinals. Und Schweizer Doppel- oder Dreifachsiege sind auf der ISF-Tour eben längst keine Seltenheit mehr.

7. Weltcup-Sieg für Ursula Bruhin

Bei den Frauen schien es, als wolle Ursula Bruhin ihrer Nicht- Berücksichtigung für die Olympischen Spiele trotzen. Die bald 32- jährige Schwyzerin setzte sich im Final am Berneuse-Hang gegen die attraktive Österreicherin Heidi Jaufenthaler durch und feierte ihren siebten Weltcupsieg. Allerdings bekundete Bruhin im ersten Lauf des Viertelfinals gegen Nadia Livers Glück. Bruhin blieb am sechstletzten Tor hängen, drehte sich und kam mit einem Rückstand von 2,92 Sekunden ins Ziel.

Ihr Dreher wurde vom Rennrichter als so genannte Penalty-Time gewertet, die jeweils vier Prozent der schnellsten Viertelfinal- Zeit beträgt. In Bruhins Fall wurde der Rückstand auf 1,51 Sekunden «reduziert». Im zweiten Run fuhr die passionierte Windsurferin dann einen Vorsprung von 2,35 Sekunden heraus. Ansonsten zeigte die FIS- Duel-Weltmeisterin keine Schwächen und gewann die vier verbliebenen Läufe souverän.

Der im Viertelfinal gescheiterten Nadia Livers fehlen im FIS- Ranking (99 Punkte) noch 21 Zähler, um von Swiss Olympic für Salt Lake City selektioniert zu werden. Um die vorgegebene Marke von 120 Punkten zu erreichen, startet die Bündnerin heute Sonntag am FIS-Weltcup in Sestrière (It), wo sie ein Top-Ten-Ergebnis benötigt.

(kil/sda)

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