Mobile Finanzservices: 612 Mio. Nutzer bis 2011

publiziert: Samstag, 2. Feb 2008 / 14:13 Uhr / aktualisiert: Samstag, 2. Feb 2008 / 14:52 Uhr

Hampshire/Mannheim - Weltweit mehr als 612 Mio. Nutzer werden bis 2011 mobile Finanzservices in Anspruch nehmen. Das Marktforschungsinstitut Juniper Research geht davon aus, dass über Mobile-Banking- und Mobile-Payment-Dienste im Jahr 2011 Umsätze von rund 587 Mrd. Dollar getätigt werden.

Marktforscher prognostizieren Milliardenumsätze am Handy.
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Eine hohe Nachfrage auf Kundenseite und steigende Umsätze für Mobilfunker treiben den Markt an, Wettbewerbsvorteile ergeben sich auch für Banken.

«Die Vorteile von Mobile Banking liegen auf der Ertragsseite. Bieten Banken diesen Service an, kann ihnen dies nicht nur zu einem positiveren Markenimage verhelfen, sondern auch zur Neukundengewinnung dienen», sagt Matthias Köhler, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).

Verschärfung des Wettbewerbs

Vor allem vermögendere sowie jüngere Kundensegmente werden durch das Angebot angesprochen. Zusätzliche Angebote wie Mobile Banking würden Kunden demnach nicht zuletzt aufgrund der sinkenden Kundenloyalität zu einem Bankenwechsel animieren.

«Mobile Banking wird zu einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs im Retail-Banking beitragen. Insgesamt wird über dieses Angebot aber nur ein kleiner Teil der Bankgeschäfte abgewickelt werden, weshalb Mobile Banking im Vergleich zu Internet Banking oder Filialbanken eine geringere Rolle spielen wird», so Köhler.

Grosses Potential

Die Marktforscher von Juniper Research sagen mobilen Finanzservices insgesamt grosses Potenzial voraus. Nicht nur die steigende Kundennachfrage nach mobilen Diensten, sondern auch Kosteneinsparungspotenziale sowie die Möglichkeit zu steigenden Umsätzen für Mobilfunkunternehmen würden das Marktwachstum vorantreiben.

Das Umsatzwachstum werde jedoch erst Mitte 2009 deutlich ansteigen und somit auch erst im kommenden Jahr die Umsatzmarke von 100'000 Dollar übertreffen. Der grösste Anteil der Transaktionen wird in der Region Asien-Pazifik erwartet.

Günstige Rahmenbedingungen

Neben dem Einsatz von NFC-Technologien (Near Field Communication), die das kontaktlose Bezahlen von Fahrkarten oder der Rechnung im Supermarkt über das Handy ermöglichen, können immer mehr Handy-Besitzer auch über ihr Mobiltelefon online einkaufen.

So kündigten die beiden Mobilfunker O2 und Vodafone in Deutschland erst vergangene Woche ein mobiles Bezahlsystem für das Internet an, das ab Frühjahr 2008 zum Einsatz kommen soll. Der Versuch, Mobile Banking am Markt zu etablieren, scheiterte dagegen im ersten Anlauf.

Schon Anfang 2000 wurden erste Wachstumschancen von Mobile-Banking-Services erkannt. Das vorhandene Angebot wurde jedoch von vielen Banken wieder zurückgenommen, da die technologische Abwicklung oft zu langsam und zu teuer war. «Heute sind die Rahmenbedingungen deutlich günstiger als noch vor einigen Jahren. Der Markt bietet noch Potenzial», sagt Köhler. Derzeit bieten bereits mehrere deutsche Banken ihren Kunden Mobile-Banking-Dienste an.

(tri/pte)

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