Moskauer Polizei löst Schwulen-Demo gewaltsam auf

publiziert: Samstag, 16. Mai 2009 / 15:48 Uhr / aktualisiert: Montag, 18. Mai 2009 / 08:33 Uhr

Moskau - Bei einer Kundgebung von Homosexuellen vor dem europäischen Musik-Grand-Prix in Moskau hat die russische Polizei etwa 40 Demonstranten gewaltsam festgenommen. Teilweise im Würgegriff transportierten die Spezialeinheiten die Frauen und Männer ab.

Gemäss Augenzeugen jagen die Polizisten die Demonstranten und sperren sie ein. (Archivbild)
Gemäss Augenzeugen jagen die Polizisten die Demonstranten und sperren sie ein. (Archivbild)
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Die Kundgebung vor Lomonossow-Universität war von den Behörden nicht genehmigt worden.

Auf Plakaten forderten die Demonstranten die Einhaltung der Menschenrechte für Schwule und Lesben. «Wir sind friedliche Menschen und wollen so leben wie andere auch», rief eine Frau bei ihrer Festnahme.

Auch der Vorsitzende des russischen Homosexuellen-Verbands, Nikolai Alexejew, wurde an Händen und Füssen in ein Polizeifahrzeug gezerrt.

Obwohl die mit Schlagstöcken bewaffneten Polizisten der Spezialeinheit OMON regelrecht Jagd auf die Demonstranten machten, wurde im Gegensatz zu früheren Homosexuellen-Kundgebungen offenbar niemand verletzt.

Grosses mediales Interesse

Zahlreiche Journalisten, darunter auch Fernsehteams, beobachteten die gewaltsame Auflösung der Demonstration. Die Polizei versuchte, die Medien mit Gewalt vom Ort der Auseinandersetzung zu vertreiben. Nach früheren Kundgebungen wurden die Festgenommenen in der Regel innerhalb kurzer Zeit wieder freigelassen.

Die Moskauer Stadtverwaltung bestätigte die Festnahme von 40 Aktivisten und lobte die Vorgehensweise der Einsatzkräfte.

Der Eurovision Song Contest ist bei vielen Homosexuellen beliebt. Es gehört zur Tradition des Wettbewerbs, dass am Austragungsort Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit feiern. In Moskau wurde dies den Homosexuellen mit der Begründung verboten, die Moral in der Millionenmetropole würde dadurch zerstört.

(bert/sda)

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