Moslems stürmen dänische Botschaft in Indonesien

publiziert: Freitag, 3. Feb 2006 / 09:17 Uhr / aktualisiert: Freitag, 3. Feb 2006 / 11:19 Uhr

Jakarta - In der indonesischen Hauptstadt Jakarta haben militante Moslems das Hochhaus gestürmt, in dem die dänische Botschaft untergebracht ist.

Momentan unter keinem guten Stern: Die dänische Flagge.
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Sie protestierten gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in Dänemark. Weiter forderten sie die Aufgabe der diplomatischen Beziehungen zwischen Indonesien und Dänemark sowie die Ausweisung des dänischen Botschafters aus dem Land.

Die etwa 300 Moslems der extremen «Islamischen Verteidigungsfront» (FPI) drangen nach Angaben eines Augenzeugen in die Eingangshalle des Gebäudes ein, in dem die Botschaft untergebracht ist.

Sie zerschlugen Lampen mit Bambusstöcken und warfen Stühle umher. Auf das Schild der dänischen Botschaft warfen sie faule Eier und Tomaten.

Bilderverbot

Die Botschaft selbst liegt im 25. Stock des Gebäudes. Bis dahin drang die Menge aber nicht vor, da sie an den Sicherheitskräften in der Lobby nicht vorbeikam. Nach einer Stunde war der Protest beendet.

Die dänische Zeitung «Jyllands-Posten» hatte die umstrittenen Mohammed-Karikaturen im September abgedruckt. Mittlerweile hat sich das Blatt dafür entschuldigt, Anstoss erregt zu haben. Gleichzeitig steht die Zeitung zu der Entscheidung, die Karikaturen abgedruckt zu haben.

Zeitungen in Deutschland, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Ungarn haben die Karikaturen in dieser Woche nachgedruckt und darauf bestanden, die Pressefreiheit sei wichtiger, als die Proteste und Boykotte, die die Zeichnungen ausgelöst hätten. Der Islam verbietet die Abbildung von Mohammed.

(ht/sda)

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