Motorola scannt SMS zu Werbezwecken

publiziert: Dienstag, 30. Okt 2007 / 17:22 Uhr

Schaumburg - Der Handyhersteller Motorola hat eine Technologie entwickelt, mit der Kurznachrichten auf bestimmte Begriffe gescannt werden können. Eine Software, die SMS-Inhalte von Kunden aufzeichnen und für Werbetreibende nutzbar machen kann, existiert bereits, wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der britischen «Times» verlautbarte.

Die Werbung per Mobiltelefon wird langfristig als lukrativer Markt eingeschätzt.
Die Werbung per Mobiltelefon wird langfristig als lukrativer Markt eingeschätzt.
Das auf dem Handy laufende Programm sei dabei künftig aber nicht nur auf das Durchsuchen von SMS beschränkt, sondern liesse sich auch für Telefongespräche einsetzen. Motorola teste die Technik derzeit, sei aber parallel bereits mit Netzbetreibern im Gespräch.

«Wir besitzen eine Technik, die es uns erlaubt, nicht nur den Aufenthaltsort einer Person zu erkennen, sondern auch zu ermitteln, wie ihre Interessenslage gerade sein könnte», erläutert Kenneth Keller, oberster Marketing-Stratege bei Motorola.

Die entwickelte Software durchsucht dabei Kurznachrichten nach Schlüsselwörtern. Passt ein Begriff, kann entsprechende Werbung auf das Handy des Users geladen werden. Kommt beispielsweise das Wort Hunger oder Essen vor, erhält der Nutzer Restaurant- oder Supermarktwerbung auf das Mobiltelefon.

Kritik von Seiten Datenschutz

Von Seiten des Datenschutzes sind die von Motorola geäusserten Pläne freilich umstritten. «Die Idee, durch die Auswertung von persönlichen Informationen einen Mehrwert zu erzielen, kommt immer wieder», erläutert Waltraut Kotschy, geschäftsführendes Mitglied der österreichischen Datenschutzkommission.

Entscheidend sei, ob der Kunde dem Einblick in seine Daten auch ausdrücklich zugestimmt hat und, ob die angebotenen Mehrwertdienste für den Betroffenen auch tatsächlich einen Nutzen bringen. «Vielfach wird hier lediglich versucht, dem Kunden einen Mehrwert einzureden», weiss die Datenschutzexpertin zu berichten.

Motorola ist sich über die Bedenken der Datenschützer im Klaren und verspricht, ein Opt-in-Modell anzuwenden, bei dem vorab die ausdrückliche Zustimmung der Benutzer eingeholt werden muss, wenn persönliche Nachrichten und Gespräche analysiert werden sollen.

Als Belohnung Preisnachlass

In weiterer Folge werde darüber nachgedacht, jene Kunden, die dem Verfahren zustimmen, mit einem Preisnachlass zu belohnen. Wer dabei allerdings nicht mitspielt, könne laut Datenschützern so durchaus den Eindruck bekommen, dass er für die Erhaltung seiner Privatsphäre draufzahlen muss.

Die Werbung per Mobiltelefon wird langfristig als lukrativer Markt eingeschätzt. Vor allem, weil das Handy ein sehr persönliches Gerät ist, erlaubt es individuell sehr genau zugeschnittene Werbung. «Der Zweck der Auswertung von persönlichen Daten muss aber immer rechtlich zulässig sein», gibt Kotschy abschliessend zu bedenken.

(smw/pte)

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