Nach der Attacke: Berlusconi hat Mühe zu essen
publiziert: Montag, 14. Dez 2009 / 07:50 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Dez 2009 / 17:26 Uhr

Rom - Silvio Berlusconi, der bei einem tätlichen Angriff bei einer Wahlveranstaltung in Mailand im Gesicht verletzt worden ist, wird mindestens 48 Stunden unter ärztlicher Beobachtung bleiben. Der Angreifer des italienischen Regierungschefs wird der schweren Körperverletzung beschuldigt.

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Der Premier, der die Nacht in der Mailänder San-Raffaele-Klinik verbracht hat, könne sich wegen seiner Gesichtsverletzungen nur schwer ernähren und werde die San Raffaele-Klinik nicht vor Dienstag verlassen, verlautete aus ärztlichen Kreisen. Berlusconi habe wegen der Verletzungen einen halben Liter Blut verloren. Er werde mit Antibiotika und Schmerzmitteln behandelt.

Ein vermutlich psychisch kranker Mann hatte Berlusconi ein Souvenirmodell des Mailänder Doms ins Gesicht geworfen. Dabei wurde das Nasenbein des 73-Jährigen angebrochen und zwei seiner Zähne beschädigt. Eine Unterlippenverletzung musste genäht werden. Der Angreifer wurde verhaftet.

«Berlusconi leidet nicht nur wegen der Verletzungen, sondern vor allem wegen des politischen Hasses gegen ihn. Er begreift nicht die Gründe dieser Gewalt», erklärte Senatspräsident Renato Schifani, der den Premierminister am Montag im Spital besucht hatte.

Gedemütigter Berlusconi

«Ich habe einen gedemütigten Berlusconi gesehen. Nicht so sehr wegen der Verletzungen, sondern wegen des Hasses, den diese Geste ausdrückt», sagte der Priester Luigi Verzé, seit Jahren enger Freund Berlusconis.

Der Angreifer Berlusconis sei offiziell wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung angeklagt worden, meldete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Der Angreifer habe auch ein Kruzifix und Tränengasspray in seiner Jackentasche gehabt.

Untersuchungshaft

Der Täter wurde in Untersuchungshaft genommen. Laut Ansa war er seit rund zehn Jahren wegen psychischer Probleme in Behandlung. Inzwischen wurde der Angreifer von der Polizei befragt. Der 42-Jährige erklärte seine Tat mit politischen Motivationen. Er sprach von seiner starken Abneigung gegen Berlusconi und dessen Partei.

Nach dem Angriff erleben Nachbildungen des Mailänder Doms Hochkonjunktur, alle wollen die Statuetten abbilden und kaufen. Die Stände um den gotischen Dom der lombardischen Industriemetropole wurden von Fussgängern und Fotografen geradezu gestürmt.

(fest/sda)

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