Nefs Rücktrittsantrag ist keine Überraschung
publiziert: Freitag, 25. Jul 2008 / 12:16 Uhr / aktualisiert: Freitag, 25. Jul 2008 / 14:13 Uhr

Bern - Bundespräsident Pascal Couchepin hält Nefs Entscheid zum Rücktritt für «weise», wie er am Freitag gegenüber der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens sagte. Nef sei unter Druck gestanden und habe seine Familie schützen müssen.

5 Meldungen im Zusammenhang
Von einem Skandal will Couchepin allerdings nicht sprechen. In der Privatwirtschaft komme es ab und zu vor, dass es Probleme gebe bei der Besetzung eines wichtigen Amtes. Das könne auch bei der Bundesverwaltung geschehen.

Leise Kritik übte Couchepin an Samuel Schmids Entscheid, den Bundesrat nicht über das hängige Verfahren gegen Nef zu informieren. Dies habe sich im Nachhinein als Problem herausgestellt. «Wenn man nun weiss, dass es ein Problem gab, wäre es glücklicher gewesen, wenn Herr Schmid uns gewarnt hätte.»

«Bauernopfer» Nef

Über Nefs Rücktrittsantrag zeigen sich die SVP und die Grünen nicht überrascht. Es sei nach seinem Verhalten der einzig richtige Entscheid. Für die beiden Parteien steht aber Bundesrat Samuel Schmid noch immer in der Kritik.

Nef sei aus Sicht der SVP ein «Bauernopfer», sagte Sprecher Alain Hauert auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Dass der Armeechef nach den Vorkommnissen der letzten Wochen seinen Rücktritt beantrage, überrasche die Partei nicht.

Die Verantwortung trage aber Bundesrat Schmid. Dieser habe «in einem perfiden Vorgehen» die Beweislast Nef aufgebürdet. Die SVP hält an der Rücktrittsforderung gegen Schmid fest.

Schmid soll gehen

Einen Rücktritt des Verteidigungsministers fordert weiterhin auch Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen. Leuenberger hält Nefs Rücktrittsantrag für den einzigen und richtigen Entscheid für den Armeechef. Der Sicherheitskommission wirft Leuenberger vor, sie habe nicht rasch genug gehandelt.

Ausser SVP und Grüne stehen die anderen grossen Parteien vorerst hinter Schmid: Die FDP fordere seinen Rücktritt nicht, sagte etwa FDP-Fraktionschefin Gabi Huber (UR) in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS. Jeder Bundesrat müsse selber entscheiden, ob ein solcher Schritt angezeigt sei.

«Beherzter Entscheid»

Für die SP, CVP und FDP ist Nefs Rücktrittsantrag eine unausweichliche Folge der Vorwürfe gegen seine Person. «Es ist die logische Konsequenz», sagte CVP-Präsident Christophe Darbellay.

Ähnlich tönt es von der Schweizerischen Offiziersgesellschaft (SOG): Nef habe seine Funktion unter den herrschenden Umständen nicht mehr ausüben können. Sein Antrag zum Rücktritt sei ein «beherzter Entscheid» gewesen, sagte SOG-Präsident Hans Schatzmann gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

(tri/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Auch nach dem Rücktrittsangebot von Armeechef Roland Nef hagelt es von ... mehr lesen 6
«Lame Duck»? Samuel Schmids Rücktritt nur noch eine Frage der Zeit, so die Zeitungen.
Bundespräsident Pascal Couchepin: Heute könne man viel offener im Bundesrat reden, als noch vor wenigen Monaten.
Bern - Um die Krise zwischen der Schweiz und Libyen zu lösen, würde Pascal Couchepin auch direkt mit Muammar al-Gaddafi sprechen. Im Moment bewege sich nichts im Fall der beiden in ... mehr lesen 3
Bern - Eine Frau soll Chefin der ... mehr lesen 7
Ist die Führung der Armee reine Männersache? (Symbolbild)
 
Armeechef Roland Nef ist bei weitem ... mehr lesen 13
Bern - Die Sicherheitspolitischen Kommissionen (SiK) fordern keinen Rücktritt von ... mehr lesen 13
Nef bedaure die Vorwürfe gegen Bundesrat Schmid. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Der Trend geht zu grösseren Wohnungen.
Die EKW beobachtet den Wohnungsmarkt  Bern - Die Bedeutung des Wohnens hat während der Pandemie zugenommen. Grössere Wohnungen und Wohneigentum waren während der letzten Monate besonders gefragt. Dies sind Beobachtungen der Eidgenössischen Kommission für Wohnungswesen EKW. Sie bilden eine Momentaufnahme des zweiten Halbjahres 2021. Die EKW wird die Situation im Rahmen ihres Mandats weiter beobachten. mehr lesen 
Verbände Bern - Um den Herausforderungen der saisonbedingten Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels im ... mehr lesen  
Durch die Massnahme sollten Saisonmitarbeitenden im Gastgewerbe Ganzjahresperspektiven geboten werden.
Private Radio- und Fernsehveranstalter werden mit 30 Millionen Franken aus der Radio- und Fernsehabgabe direkt unterstützt.
57.5 Millionen Franken für entgangene Werbeeinnahmen  Bern - Die Coronavirus-Pandemie trifft die Medien hart. Ihre Werbeeinnahmen sind bereits drastisch ... mehr lesen  
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen 3
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute So Mo
Zürich 18°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
Basel 16°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
St. Gallen 15°C 23°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
Bern 17°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Luzern 17°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 16°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Lugano 18°C 30°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten