Nestlé, Migros und Coop sorgen sich um Übergewichtige
publiziert: Mittwoch, 16. Jul 2003 / 13:36 Uhr

Zürich - Seit Übergewichtige den Nahrungsmittelkonzernen mit Klagen drohen, machen Firmen wie Kraft gegen Fettleibigkeit mobil. Auch Nestlé, Migros und Coop versuchen die Kunden zum gesunden Essen anzuhalten.

Für die Migros ist die Fettleibigkeit ein ernsthaftes Problem.
Für die Migros ist die Fettleibigkeit ein ernsthaftes Problem.
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Den Nahrungsmittelkonzernen, die eine gewichtige Rolle spielen bei der zunehmenden Fettleibigkeit, können die Dicken nicht mehr egal sein: Über die enormen volkswirtschaftlichen Schäden von Übergewicht besteht kein Zweifel mehr.

Und US-Sammelkläger wollen nach dem Erfolg mit der Tabakindustrie auch Nahrungsmittelfirmen für die Schäden zur Kasse bitten.

Der Nahrungsmittelmulti Kraft, der etwa Philadelphia-Käse herstellt, hat der Fettleibigkeit nun selber den Kampf angesagt.

Er will seine Packungsgrössen verkleinern sowie Rezepte und Deklarationen verbessern. Fastfood-Ketten wie McDonald's wollen mit mehr Salaten weg vom ungesunden Image.

Zurzeit versuchen Konsumentenschützer via Gesetz europaweit die Verwendung von Produkte- oder Werbe-Bezeichnungen mit light, fettfrei, gesund oder cholesterinsenkend zu verbieten. In der Schweiz sind Bestrebungen für bessere Nährwert-Angaben im Gange.

Nestlé: Strikte Werberegeln

Und was unternimmt Nahrungmittelgigant Nestlé - selber im Visier der Kläger? Nestlé könne nicht mit anderen Nahrungsmittel-Multis gleichgesetzt werden, sagt Firmensprecher François-Xavier Perroud.

< Das Unternehmen habe sich schon früh um eine bessere Ernährung bemüht und Forschung auf diesem Gebiet unterstützt.

Als verantwortlicher Hersteller wisse Nestlé, dass gewisse Produkte missbraucht werden könnten. Gerade in der Werbung wende Nestlé deshalb strikte interne Regeln an, die vermeiden sollen, dass Kinder mit solchen Produkten angesprochen würden.

Für Nestlé würde aber eine Produkte-Kennzeichnung wie etwa "Achtung, kann Übergewicht hervorrufen" zu weit führen. "Wir machen klare Inhaltsangaben, aber wir können nicht hinter den Konsumenten stehen und aufpassen", sagt Perroud.

Den Vorwurf, dass Nahrungmittel-Multis für gesunde Produkte mehr verlangen als für ungesunde, lässt er nicht gelten. Das umfassende Produkteangebot von Nestlé reiche über die gesamte Preisspanne.

Aufklärung statt Bevormundung

Coop ist zwar auf das Problem der zunehmenden Fettleibigkeit sensibilisiert. Doch laut Sprecher Karl Weisskopf sind bei der Prävention klare Grenzen gesetzt: "Wir können die Kunden nicht bevormunden und wir wollen auch verkaufen", sagt er.

Coop könne noch so viele Light-Produkte ins Regal stellen; wenn ein Kunde die doppelte Portion esse, sei er selber schuld.

Weisskopf betont aber, Coop setze sich etwa mit Naturaplan und der Werbung stark für gesunde Produkte ein und führe in der Coopzeitung eine Ernährungsberatung.

Zur Tatsache, dass gerade diese Naturaplan-Produkte teuer sind und der Kauf-Anreiz für die Masse klein ist, sagt Weisskopf: "Für den Mehrwert sollte man bezahlen."

Für Migros ernstes Problem

Die Migros anerkennt Übergewicht als ernsthafes Problem und unterstützt mit dem Kulturprozent Kurse für übergewichtige Kinder und Jugendliche.

Sie setzt ebenfalls lieber auf Aufklärung anstatt Bevormundung: Mit dem Feel-Good-Programm würden Konsumenten beispielsweise zum Verzehr von 5 mal täglich einer Frucht oder Gemüse animiert.

Die Migros unternehme aber nichts, was in Richtung Deklaration "Achtung, hoher Fettgehalt" oder Ähnliches gehe, sagt Sprecherin Monika Weibel.

Auch seien etwa Taxen, im Sinne einer Steuer auf sogenannt "ungesunden Produkten", kein Thema. Es wäre relativ schwer zu definieren, welche Produkte nun gesund oder ungesund seien.

(Claudia Laubscher/sda)

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