Neues Lagerprojekt für den Wellenberg abgelehnt
publiziert: Sonntag, 22. Sep 2002 / 17:12 Uhr

Stans - Das Nidwaldner Volk bleibt in der Wellenberg-Frage seiner ablehnenden Haltung treu: Es hat sich gegen einen Sondierstollen und damit indirekt auch gegen ein Tiefenlager für nukleare Abfälle im Wellenberg ausgesprochen.

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Bei einer Stimmbeteiligung von 71,32 Prozent lehnten 11 112 Stimmberechtige das Gesuch der Genossenschaft für nukleare Entsorgung Wellenberg (GNW) für einen Sondierstollen ab. 8204 stimmten dem Konzessionsgesuch zu. Die einzige Gemeinde, die Ja sagte, war die Standortgemeinde Wolfenschiessen.

Die Kritiker der Atomindustrie haben damit im Streit um den zum Mythos gewordenen Wellenberg einen weiteren Sieg errungen. Erneut sitzen die Regierung und die mit der Entsorgung betrauten Organe auf der Verliererbank.

Regierungsrat Beat Fuchs sagte nach der Abstimmung, die Entsorgungsfrage habe mit dem Nein einen Rückschlag erlitten. Für die Regierung sei aber klar, dass der Wellenberg als möglicher Standort für ein Tiefenlager endgültig aus den Traktanden falle.

Armin Murer von der GNW bestätigte, dass das Lagerprojekt Wellenberg nicht weiter verfolgt werde. Er forderte Rahmenbedingungen, die die Entsorgungsfrage politisch lösbar mache.

Für die Gegnerschaft vom Komitee für die Mitsprache des Nidwaldner Volkes bei Atomanlagen (MNA) fiel das Ergebnis deutlicher aus als erwartet. Dass die Entsorgungsfrage nicht gelöst sei, könne nicht dem Volk angelastet werden, sagte MNA-Sprecher Paolo Fuchs.

Einen valablen alternativen Standort zu dem bei Wolfenschiessen im Engelbergertal gelegenen Wellenberg gibt es zur Zeit in der Schweiz nicht. Die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle warten derzeit in den Zwischenlagern der KKW und im Zentralen Zwischenlager in Würenlingen AG auf die definitive Entsorgung.

(sda)

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