Rückenbeschwerden am teuersten

Nichtübertragbare Krankheiten kosten Milliarden

publiziert: Montag, 1. Sep 2014 / 14:05 Uhr / aktualisiert: Montag, 1. Sep 2014 / 14:22 Uhr
Hohe Gesundheitskosten.
Hohe Gesundheitskosten.

Bern - Die medizinische Behandlung nichtübertragbarer Krankheiten wie Krebs, Demenz oder Diabetes hat 2011 fast 52 Milliarden Franken gekostet. Das sind über 80 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus demselben Jahr. Am meisten Kosten generieren Rückenbeschwerden.

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Die indirekten Kosten wie die Pflege durch Angehörige oder die Abwesenheit am Arbeitsplatz summieren sich ebenfalls in zweistelliger Milliardenhöhe. Die geht aus einer Studie hervor, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag in seinem Bulletin präsentiert hat.

Die sieben Spitzenreiter bei den nichtübertragbaren Krankheiten (NAD) sind gemäss BAG Diabetes, Erkrankungen der Atemwege, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Krebs, muskuloskelettale Erkrankungen, psychische Erkrankungen und Demenz. Die medizinischen Kosten dieser sieben NADs beliefen sich 2011 auf über 33 Milliarden Franken oder 51 Prozent der gesamten Gesundheitskosten.

Kostenpunkt Rückenschmerzen

Die höchsten Kosten entfallen mit 12,2 Milliarden Franken auf muskuloskelettale Erkrankungen. Die Behandlung chronischer Rückenschmerzen kostet 7,5 Milliarden Franken, die rheumatischer Erkrankungen 4,7 Milliarden Franken. Grund für diese Milliardenkosten ist die Häufigkeit und lange Dauer dieser Beschwerden.

Die medizinischen Behandlungen von Nicht-NADs machen 14,7 Prozent, diejenigen für Nicht-Krankheiten wie Schwangerschaften oder Prävention 5,3 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus.

Dies geht aus einer Studie hervor, welche das BAG im Rahmen seiner nationalen Strategie zur Prävention nicht übertragbarer Krankheiten in Auftrag gegeben hatte. Ziel war es, die direkten Kosten aller NADs in der Schweiz sowie die direkten und indirekten Kosten von sieben Spitzenreitern zu berechnen.

Wertvolle Pflege

Zu den direkten Kosten zählten die Forschenden die medizinische Behandlung mit Medikamenten, im Spital sowie ambulante Arztleistungen und die Pflege. Die indirekten Kosten ziehen keine direkten Zahlungen oder Ausgaben nach sich und erscheinen daher auch nicht im Total der Gesundheitsausgaben.

Eingerechnet sind darin der Produktivitätsverlust zum Beispiel wegen Abwesenheit vom Arbeitsplatz, frühzeitiger Pensionierung oder gar durch den Tod, aber auch die Pflege durch Angehörige. Ein grosser Betrag - insgesamt 10,6 Milliarden Franken - entsteht hier durch psychische Erkrankungen. Demenz verursacht indirekte Kosten von 3,2 Milliarden, Diabetes 1,3 Milliarden und Asthma 0,6 Milliarden Franken.

Da die Zahlen der indirekten Kosten auf Studien aus dem In- und Ausland basieren, liegt die Bandbreite der indirekten Kosten der sieben ausgewählten NADs zwischen 29 und 44 Milliarden Franken.

Mit Prävention Kosten senken

Die hohen Kosten zeigen gemäss BAG, «dass NADs für das Gesundheitssystem eine grosse Herausforderung bedeuten». Mit Prävention und Früherkennung liessen sich daher Kosten sparen. «Mit weniger chronischen, nichtübertragbaren Krankheiten würden weniger hohe Kosten für die Krankenversicherung und für andere Sozialversicherungszweige wie die Invalidenversicherung anfallen, aber auch für Familien oder für die Wirtschaft.»

Allerdings dürfe dabei nicht vergessen gehen, dass NADs zwar durch einen gesunden Lebensstil vermieden oder verzögert würden; zum Teil seien sie aber auch genetisch bedingt. Daher liessen sich mit Prävention und Gesundheitsförderung nicht alle Gesundheitsausgaben vermeiden.

(bg/sda)

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