Noch keine Forderungen der Piraten bekannt
publiziert: Dienstag, 18. Nov 2008 / 17:31 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 18. Nov 2008 / 17:49 Uhr

Mogadischu - Der von Piraten gekaperte saudiarabische Supertanker ist vor der somalischen Hafenstadt Harardere vor Anker gegangen. Die 330 Meter lange «Sirius Star» war am Vortag vor der ostafrikanischen Küste überfallen worden.

Piraten griffen in diesem Jahr mindestens 92 Schiffe vor Somalias Küste an, eine Verdopplung gegenüber 2007.
Piraten griffen in diesem Jahr mindestens 92 Schiffe vor Somalias Küste an, eine Verdopplung gegenüber 2007.
3 Meldungen im Zusammenhang
«Wir können bestätigen, dass das Schiff vor der somalischen Küste bei Haradheere liegt», sagte am Dienstag ein Sprecher der 5. Flotte der US-Marine. Die Reederei Vela ging davon aus, dass alle 25 Besatzungsmitglieder wohlauf seien.

Forderungen der Piraten sind noch nicht bekannt. «Gegenwärtig wartet Vela auf weitere Kontakte mit den Piraten, die das Schiff in ihrer Gewalt haben», erklärte das Unternehmen. Vela International ist die Reederei des staatlichen Ölunternehmens Aramco in Saudi-Arabien.

Die Piraten seien «eine gut ausgerüstete und stark organisierte Gruppe», teilte ein Regierungsberater der benachbarten halbautonomen Region Puntland mit.

Zwei Millionen Barrel Öl an Bord

Mit dem Überfall auf das 330 Meter lange Schiff erreichte die Piraterie vor den Küsten Somalias nach Ansicht von Experten eine Der Wert der «Sirius Star» Wert wird auf rund 120 Millionen Euro geschätzt. Da es laut der Reederei Vela International mit zwei Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl voll beladen ist, kommen noch einmal etwa 80 Millionen Euro dazu.

Der nach modernsten Massstäben konstruierte Doppelhüllentanker war erst im März in Südkorea vom Stapel gelaufen und gehört der saudiarabischen Erdölfördergesellschaft Aramco. Seine Ladung entspricht rund einem Viertel der täglichen Röhol-Förderung in Saudi-Arabien oder dem Tagesverbrauch Frankreichs.

Piraten erweiterten Aktionsradius

Der Tanker, gross wie drei Fussballfelder, ist nach Angaben der US-Marine das grösste jemals gekaperte Schiff. US-Admiral Michael Mullen zeigte sich vor allem überrascht von dem Aktionsradius der Piraten.

Die in Bahrain stationierte 5. US-Flotte hatte am Montag gemeldet, dass der Tanker rund 450 Seemeilen südöstlich von Mombasa überfallen worden sei. Nie zuvor hätten somalische Piraten in der jüngeren Vergangenheit ein Schiff so weit draussen im Meer geentert, versicherte Mullen.

Unter den 25 Geiseln sollen Briten, Kroaten, Saudi-Araber und Philippiner sein. Der Kapitän und ein Offizier stammen aus Polen, wie das Aussenministerium in Warschau mitteilte. Ein Reederei-Sprecher sagte, es sei ein Krisenstab zur Befreiung der Seeleute eingerichtet worden.

92 Angriffe seit Jahresbeginn

Piraten griffen in diesem Jahr laut dem International Maritime Bureau in London mindestens 92 Schiffe vor Somalias Küste an, eine Verdopplung gegenüber 2007. 14 Schiffe sollen sich mit insgesamt mehr als 260 Besatzungsmitgliedern noch in den Händen von Entführern befinden darunter einen ukrainischen Frachter mit 33 Panzern und weiterer Militärtechnik.

Das Schiff ist noch immer in ihrer Gewalt, genauso wie insgesamt rund 200 Seeleute. Den Reedern bleibt meist nichts anderes übrig, als Lösegeld für die Freigabe von Schiffen und Mannschaften zu bezahlen.

Auch im Falle des Supertankers gehen Experten davon aus, dass Lösgeld gezahlt werden wird. Zwar hat der Westen Kriegsschiffe in die Region entsandt, um der Piraterie auf dem vielbefahrenen Seeweg Einhalt zu gebieten. In dem grossen Seegebiet ist es aber nicht leicht, die kleinen Schnellboote der Piraten ausfindig zu machen. Ausserdem hindern ungeklärte rechtliche Fragen die Kriegsschiffe am Durchgreifen.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Mogadischu/Dubai - Für den von ... mehr lesen 22
Die Höhe der Forderung ist nicht bekannt.
Allein ein Drittel der Piratenüberfälle weltweit geht nach auf das Konto der Seeräuber am Horn von Afrika.
Nairobi - «Sie haben die schönsten ... mehr lesen
Dubai - Piraten haben vor der Küste ... mehr lesen
Die «Sirius Star» hatte zwei Millionen Barrel Öl an Bord.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 1°C 3°C wolkig, wenig Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, wenig Schnee
Basel 2°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
St. Gallen 0°C 1°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, etwas Schnee
Bern 1°C 3°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
Luzern 2°C 3°C bedeckt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, wenig Schnee
Genf 1°C 4°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Lugano 2°C 12°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten