Nordkorea testet erneut Anti-Schiffsrakete über Japanischem Meer
publiziert: Montag, 20. Okt 2003 / 19:12 Uhr

Seoul - Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut eine Rakete über dem Japanischen Meer getestet. Der Generalstab in Seoul vermutete, dass es sich wieder um eine Schiffszielrakete kurzer Reichweite und nicht um eine ballistische Rakete handelte.

Der Test sei wahrscheinlich Teil einer militärischen Routineübung gewesen. Parallel dazu gingen die internationalen Bemühungen um neue Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm weiter.

Nordkorea bekräfigte unterdessen über seine amtlichen Medien, dass das Land seine atomare Abschreckung verstärken wolle und diese zu gegebener Zeit auch öffentlich zeigen werde. Ein Militärsprecher sagte in Seoul, es habe in diesem Jahr bereits zwei oder drei solche Raketentests in Nordkorea gegeben.

Experten in Seoul gingen davon aus, dass es sich auch bei dem neuen Test um eine Rakete des Typs Seidenraupe chinesischer Herkunft handelte, den das kommunistische Land bereits Ende Februar, einen Tag vor dem Amtsantritt des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun, sowie im März erprobt hatte.

Der Start einer mehrstufigen nordkoreanischen Taepodong-Rakete im August 1998 hatte in der Region für erhöhte Spannungen gesorgt. Die Rakete war damals nach einem Flug über japanisches Territorium im Pazifik niedergegangen.

Nordkoreas jüngster Raketentest fiel mit einem Besuch von US-Präsident George W. Bush in Bangkok zusammen, der am Rande des Treffens der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) auch mit den Präsidenten Chinas und Südkoreaa über eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea sprach.

(bert/sda)

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