Experte sieht begrenzte Einsatzgebiete

OLED-Kamerabrille soll Blinde wieder sehen lassen

publiziert: Donnerstag, 7. Nov 2013 / 13:00 Uhr
Bessere Wahrnehmung als Ziel - Experte sieht begrenzte Einsatzgebiete. (Symbolbild)
Bessere Wahrnehmung als Ziel - Experte sieht begrenzte Einsatzgebiete. (Symbolbild)

Oxford/Reutlingen - Blinde sollen mit einer speziellen Brille wieder sehen können. Das ist das Ziel von Assisted Vision. Die Forscher der University of Oxford haben die Sehhilfe mit einem OLED-Display und Kameras ausgestattet. Sehr helle Bilder sollen so auf die Innenseite der Gläser projiziert werden und eine bessere Wahrnehmung gestatten.

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Walter-G. Wrobel, Vorstandsvorsitzender der Retina Implant AG: «Nach Vergrösserungsgläsern und Videobrillen sind Verfahren zur Objekterkennung eine sinnvolle Entwicklung.»

Text-in-Sprache-Software integriert

Laut den Forschen können 75 Prozent der blinden Menschen Licht sehen. Das begründet die Funktionsweise des OLED-Displays: Ein Prozessor reduziert die Bilddaten, die ein sehender Mensch wahrnehmen würde und verwandelt sie in eine Serie von Lichtern. Verschiedene Farben und Lichtstärken zeigen die Entfernung des Objekts an, Bewegung kann ebenso auf dem Display dargestellt werden. Die Daten werden durch zwei Kameras, ein Gyroskop (Kreiselinstrument), einen Kompass und GPS gesammelt. Auch eine Text-in-Sprache-Software ist integriert.

Die Prognose der Wissenschaftler ist optimistisch: Bei grauem Star, altersbedingter Makuladegeneration, einer Form der Netzhautdegeneration (Retinitis pigmentosa), und einer durch Zuckerkrankheit hervorgerufenen Erkrankung der Netzhaut (diabetische Retinopathie) sollen Assisted-Vision-Brillen helfen. Wrobel sieht die Einsatzmöglichkeiten jedoch als beschränkter an.

«Die Brille kann Menschen im Frühstadium von Augenerkrankungen helfen, sie dient zur Kompensation», unterstreicht der Experte im Gespräch mit pressetext und erklärt weiter: «Bei grauem Star gibt es Operationen und bei Makuladegeneration und Retinitis pigmentosa ist das Gesichtsfeld so klein, dass die Brille nichts nutzen wird.»

Als unterstützende Hilfe im Alltag gedacht

Retina Implant stellt mikroelektronische Netzhautimplantate her. Wrobel erklärt die Mission des Unternehmens im Gegensatz zu jener von Assisted Vision: «Retina Implant verfolgt einen völlig anderen Ansatz: Wir helfen Menschen ohne funktionelles Sehvermögen, also Menschen, die nur zwischen dunkel und hell unterscheiden können - in diesem Bereich ist die Brille nicht sinnvoll.»

Die Text-in-Sprache-Ausgabe, die laut den Forschern Busnummer oder Wegweiser vorlesen können soll, hält Wrobel für durchaus denkbar. «Es bleibt aber die Frage, was die Brille sonst noch alles vorliest. Wenn die Nummerntafel jedes vorbeifahrenden Autos vorgelesen wird, mangelt es an Selektion.» Die Sehhilfen sind derzeit noch in der Testphase, das Team von Assisted Vision hofft aber, Ende 2014 die ersten Brillen zum Kauf anbieten zu können.

 

 

(tafi/pte)

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