Obama drängt Bush zu Hilfen für die Autoindustrie
publiziert: Dienstag, 11. Nov 2008 / 20:50 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 11. Nov 2008 / 21:05 Uhr

Washington - Der designierte US-Präsident Barack Obama hat Amtsinhaber George W. Bush bei einem Treffen im Weissen Haus zu schnellen Hilfen für die notleidende Autoindustrie aufgefordert. Dies berichteten «New York Times» und «Washington Post».

Der designierte und der amtierende US-Präsident: Barack Obama und George W. Bush.
Der designierte und der amtierende US-Präsident: Barack Obama und George W. Bush.
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Bei einem Gespräch im Oval Office am Montag (Ortszeit) drängte Obama Bush offenbar dazu, eine entsprechende Initiative der Demokraten im Kongress zu unterstützen, die 25 Milliarden Dollar für die Autoindustrie vorsieht.

Laut den Zeitungsberichten signalisierte Bush mögliche Unterstützung. Im Gegenzug müssten die Demokraten im Kongress aber ihren Widerstand gegen ein Handelsabkommen mit Kolumbien aufgeben. Dazu seien jedoch weder Obama noch die Demokraten im Parlament bereit, hiess es.

Das Weisse Haus dementierte indessen, dass es eine derartige Verknüpfung gegeben habe. In keinerlei Weise habe Bush nahe gelegt, dass es hier ein «Quid pro Quo» (etwas für etwas) gebe, sagte eine Sprecherin. Er habe lediglich auf die Vorzüge von Freihandelsabkommen auch mit Kolumbien hingewiesen.

Ziel: «Reibungsloser Übergang»

Beide Seiten sprachen anschliessend von einem guten und konstruktivem Dialog. «Der Präsident und der zukünftige Präsident hatten ein langes Gespräch, das der Präsident als gut, konstruktiv, entspannt und freundlich beschrieb», meinte die Sprecherin des Weissen Hauses, Dana Perino.

Aus dem Obama-Lager verlautete, Bush habe sein «Versprechen zu einem reibungslosen Machtübergang» bekräftigt. Bei dem Besuch im Weissen Haus war auch Obamas Ehefrau Michelle dabei, der die First Lady Laura Bush die Privaträume im Weissen Haus zeigte.

Amtsübergabe «in Kriegszeiten»

Der erste Besuch der künftigen Präsidenten im Weissen Haus ist traditionell ein vielbeachtetes Ereignis in der Übergangsphase nach den Wahlen. «Bush ist sehr daran interessiert, dass die erste Übergabe der Macht seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 so reibungslos wie möglich verläuft», meinte der TV-Sender CNN.

Bush hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass es sich zudem um die erste Amtsübergabe «in Kriegszeiten» seit dem Vietnamkrieg vor vier Jahrzehnten handelt. Obama habe bereits Geheimdienstberichte erhalten, verlautete in Washington.

Trotz der Notwendigkeit eines raschen und reibungslosen Übergangs will Obama aber übereilte Personalentscheidungen vermeiden. Es würden diese Woche keine Ministerposten besetzt, verlautete aus dem Obama-Lager.

Obama war von Bush zur Teilnahme an dem G20-Gipfeltreffen zur Finanzkrise in Washington eingeladen worden, hat aber abgewinkt. Es gebe zu jeder Zeit immer nur einen Präsidenten, er übernehme das Amt erst am 20. Januar, sagte Obama bereits am Freitag.

(tri/sda)

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