«Die Welt als Ganzes tut nicht genug»
Obamas Forderung und die WHO-Prognose im Kampf gegen Ebola
publiziert: Mittwoch, 15. Okt 2014 / 06:29 Uhr

Washington/Genf - US-Präsident Barack Obama hat die Welt aufgerufen, im Kampf gegen Ebola mehr zu tun. Es gebe eine Reihe von Staaten, die sich bisher nicht engagiert hätten, obwohl sie über die nötigen Kapazitäten verfügten, sagte Obama am Dienstag in Washington.

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Aber selbst die Länder, die schon Beiträge leisteten, müssten sich noch stärker einsetzen. «Die Welt als Ganzes tut nicht genug», sagte Obama. Dabei seien alle Bevölkerungen direkt bedroht, es gebe keinen Ort, «der mehr als ein paar Flugstunden entfernt ist».

Die US-Gesundheitsbehörden stellten unterdessen 76 Spitalmitarbeiter unter Beobachtung, die bei der Behandlung des verstorbenen Ebola-Patienten Thomas Eric Duncan mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnten. Die Risikogruppe werde auf Fieber und andere Symptome der Krankheit überwacht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte zuvor eine erschreckende Prognose veröffentlicht: Sie erwartet bis Dezember pro Woche zwischen 5000 und 10'000 neue Ebola-Fälle in Westafrika.

Inzwischen seien der WHO mehr als 8900 Erkrankte gemeldet worden, sagte der Vize-Generaldirektor der Behörde, Bruce Aylward, in Genf. Mehr als 4400 Menschen seien gestorben, vor allem in Guinea, Liberia und Sierra Leone. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Derzeit gebe es pro Woche etwa 1000 neue Ebola-Fälle, sagte Aylward. Die Sterblichkeit liege bei 70 Prozent. Besonders beunruhigend sei, dass sich Ebola in den drei westafrikanischen Ländern geografisch ausbreite. Die WHO strebt an, den Trend bei den Erkrankungen ab Dezember umzukehren.

Hilfe von der IAEA

Der UNO-Sondergesandte Anthony Banbury forderte eine bessere medizinische Ausrüstung für den Kampf gegen Ebola. Bis Anfang Dezember würden unter anderem 2700 zusätzliche Klinikbetten benötigt, sagte der Leiter der Ebola-Mission der UNO für Westafrika (Unmeer) bei einer Sitzung des UNO-Sicherheitsrats.

«Wir brauchen mehr medizinisches Fachpersonal, eine bessere Logistik, Transportmittel, Mobiltelefone und Generatoren», fügte Banbury hinzu. Es bestehe Bedarf an weiteren Diagnose-Laboren, Schutzanzügen und etwa tausend Fahrzeugen.

Derweil kündigte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) aus Wien ihre Unterstützung an. So werde man zunächst in Sierra Leone ein spezielles Gerät zur rascheren Diagnose von Ebola bereitstellen, hiess es am Dienstag in einer Mitteilung der Organisation. Damit könne das gefährliche Virus bereits innerhalb weniger Stunden bei Patienten nachgewiesen werden. Später sollen die Geräte laut IAEA auch in Liberia und Guinea zum Einsatz kommen.

(bert/sda)

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