Öffentlicher Prozess um Politkowskaja-Mord gefordert

publiziert: Dienstag, 7. Okt 2008 / 21:12 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Okt 2008 / 21:30 Uhr

Moskau - Zwei Jahre nach den tödlichen Schüssen auf die regierungskritische russische Journalistin Anna Politkowskaja haben Demonstranten einen öffentlichen Prozess gefordert.

Der Prozess gegen die mutmasslichen Mörder von Politkowskaja soll am 15. Oktober beginnen.
Der Prozess gegen die mutmasslichen Mörder von Politkowskaja soll am 15. Oktober beginnen.
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Rund 200 Menschen gedachten auf dem Moskauer Puschkin-Platz der ermordeten Reporterin, die am 7. Oktober 2006 vor ihrer Wohnung in der russischen Hauptstadt erschossen worden war.

«Wir fordern einen öffentlichen Prozess», war auf einigen Plakaten zu lesen. Andere Demonstranten trugen rote Nelken und zeigten Bilder Politkowskajas. Der Prozess gegen die mutmasslichen Mörder soll am 15. Oktober beginnen, nach einem Bericht der Zeitung «Kommersant» allerdings hinter verschlossenen Türen.

Drei Komplizen

«Der Prozess muss öffentlich sein», forderte der Chefredaktor der regierungskritischen Zeitung «Nowaja Gaseta» und frühere Chef von Politkowskaja, Dmitri Muratow, bei der Gedenkkundgebung. «Wir dürfen uns nicht täuschen lassen.»

Nach Justizangaben müssen sich drei mutmassliche Komplizen des Todesschützen vor Gericht verantworten, zwei aus Tschetschenien stammende Brüder sowie ein früherer Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes. Der von der Staatsanwaltschaft als mutmasslicher Todesschütze verdächtigte gebürtige Tschetschene Rustam Machmudow soll sich in Westeuropa aufhalten.

Politkowskajas Ermordung in ihrem Moskauer Wohnhaus hatte international Empörung ausgelöst. Sie gehörte zu den wenigen Journalisten in Russland, die etwa über den Feldzug der russischen Truppen in Tschetschenien kritisch berichtet und schwere Menschenrechtsverletzungen angeprangert hatten.

(tri/sda)

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