Offener Brief: Generalvikar kritisiert Medien

publiziert: Mittwoch, 13. Feb 2008 / 14:56 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 13. Feb 2008 / 15:20 Uhr

Solothurn - In einem offenen Brief hat der Generalvikar des Bistums Basel, Roland Trauffer, Medienberichte über mutmassliche sexuelle Missbräuche durch katholische Priester kritisiert. «Die Richter sitzen in den Redaktionsstuben», schrieb er.

Ledig, kinderlos, unterdrückte Sexualität: Männer aus der Kirche stehen im Pädophilie-Fokus. Bild: Bischofssitz Basel.
Ledig, kinderlos, unterdrückte Sexualität: Männer aus der Kirche stehen im Pädophilie-Fokus. Bild: Bischofssitz Basel.
1 Meldung im Zusammenhang
Im Fall der katholischen Kirche gelte wegen «auflagenträchtiger Denkschablonen» seit geraumer Zeit die «Schuldvermutung, bis zum Erweis der Unschuld». Dies hält Trauffer in einem offenen Brief fest. Neu sei das «Mass an Schamlosigkeit», mit dem «gewisse Medien den Applaus ihrer Leserschaft» suchten.

Jede Form sexuellen Missbrauchs sei selbstverständlich etwas Unentschuldbares und gehöre rechtlich geahndet. Das Verurteilen einer möglicherweise unschuldigen Person ohne klare Beweise sei jedoch ebenso unentschuldbar. Trauffer vertritt derzeit den Basler Bischof Kurt Koch, der sich auf Anraten der Ärzte eine dreiwöchige Auszeit nahm.

Priester als potenzielle Kinderschänder

In den Berichten einzelner Medien werden laut dem Generalvikar «alle katholischen Priester als potenzielle Kinderschänder betrachtet». Dies allein deshalb, weil sie durch ihren Entscheid zum Zölibat keine eigene Familie gründeten und Enthaltsamkeit gelobten.

Tausende von Menschen, die sich ein Leben lang in der Seelsorge engagierten, würden auf «tickende Kinderschreck-Zeitbomben» reduziert. Es müsse über den Ort gesprochen werden, «in dem Pädophilie wirklich ein grosses Problem ist, nämlich in der Welt ausserhalb der Priesterstuben», schrieb Trauffer.

(fest/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Minimalismus ist eine Lebensphilosophie, die sich auf das Wesentliche konzentriert.
Minimalismus ist eine Lebensphilosophie, die ...
Publinews In unserer heutigen Welt, geprägt von Konsum und Überfluss, erscheint die Idee des Wegwerfens oft negativ behaftet. Doch die Kunst des Loslassens, die weit über die blosse Entsorgung von Gegenständen hinausgeht, birgt tiefgreifende Vorteile für unser Wohlbefinden und unsere Beziehung zu unserem Lebensraum. Indem wir uns von unnötigem Ballast befreien, schaffen wir Raum für Neues und gewinnen Freiheit und Klarheit in unserem Alltag. mehr lesen  
Eingebettet in die sanfte Hügellandschaft des Thurgaus, thront das Hotel Kloster Fischingen majestätisch auf einem Hügel. Wo einst Mönche ihre Psalmen sangen, empfängt heute ein modernes ... mehr lesen
Das Kloster Fischingen aus der Luft.
Bis zum 07.01.2024  Wie aus vielen Magiern drei Könige wurden und warum sie für die Weihnachtsgeschichte so wichtig sind, zeigt die traditionelle Krippenausstellung im Landesmuseum Zürich. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 1°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Basel 2°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer wolkig, aber kaum Regen
Bern 0°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 9°C bedeckt, wenig Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt
Genf 2°C 10°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 6°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten