Oppositionsführer Mussawi ist zunehmend isoliert

publiziert: Donnerstag, 25. Jun 2009 / 18:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 25. Jun 2009 / 20:15 Uhr

Teheran - Zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl im Iran gerät die Protestbewegung zunehmend in die Defensive. Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi erklärte, er werde von der Führung unter Druck gesetzt, seinen Widerstand gegen das Wahlergebnis aufzugeben.

8 Meldungen im Zusammenhang
Mussawi erklärte auf seiner Website: «Der jüngst ausgeübte Druck zielt darauf ab, dass ich meine Forderung nach Annullierung der Wahl aufgebe.» Er beklagte, dass er kaum mehr Zugang zur Bevölkerung habe.

Das Internet sei eingeschränkt, seine Zeitung verboten, und Mitarbeiter festgenommen worden. Er werde jedoch nicht aufgeben, bekräftigte Mussawi und rief zur Fortsetzung der Proteste auf.

Während in der vergangenen Woche beinahe täglich zehntausende Menschen in Teheran auf die Strasse gingen, wurden seit den blutigen Zusammenstössen vom Wochenende mögliche Demonstrationen im Keim erstickt. Andere Protestformen wie abendliche «Allahu akbar»-Rufe von den Dächern Teherans gingen allerdings weiter.

Tausend Luftballons

Für Freitag kündigten Anhänger Mussawis an, Tausende Luftballons mit der Aufschrift «Neda, Du wirst immer in unseren Herzen bleiben» aufsteigen zu lassen.

Damit beziehen sie sich auf eine junge Frau, die nach ihrem auf Video festgehaltenen Tod auf den Strassen Teherans zur Symbolfigur des Protests geworden ist.

Ahmadinedschads Siegesfeier

Derweil erschienen zu Ahmadinedschads Siegesfeier von 290 eingeladenen Abgeordneten nur 105, berichtete der britische Sender BBC unter Verweis auf iranische Zeitungen. Unter den Abwesenden sei auch Parlamentspräsident Ali Laridschani gewesen.

Ein BBC-Korrespondent wertete dies als Zeichen eines tiefen Risses in der iranischen Führung. Beobachter in Teheran wiesen allerdings auch darauf hin, dass viele Abgeordnete zur Zeit in ihren Heimatprovinzen seien.

Seit dem Beginn der Proteste kamen nach offiziellen Angaben mindestens 17 Menschen ums Leben, hunderte wurden festgenommen.

(smw/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teheran - In seiner ersten Rede nach ... mehr lesen
Mahmud Ahmadinedschad würdigte das Wahlergebnis als Sieg des Volkes.
Teheran/Washington - Ungachtet aller Proteste und Vorwürfe der Wahlfälschung schlägt Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad wieder scharfe Töne gegen den Westen an. «Ohne jeden Zweifel wird die neue iranische Regierung dem Westen entschiedener und machtvoller begegnen», warnte er . mehr lesen 
In Teheran zündeten einige Menschen heute Kerzen in Gedenken an die getötete Studentin Neda an. (Archivbild)
Triest/Teheran - Die führenden Industriestaaten und Russland haben ein politisches Zeichen gegen die Niederschlagung der ... mehr lesen
Iran filtert das Internet mit Technologien von Nokia Siemens Networks.
Paris/Wien - Die Organisation ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Teheran - Nach tagelangen blutigen Protesten und dem brutalen Vorgehen der ... mehr lesen
Erstes Treffen mit Offiziellen: Mir Hussein Mussawi.
Die Zeitung Mussawis war bereits am Tag nach den umstrittenen Wahlen im Iran verboten worden.
Teheran - Die Machthaber im Iran ... mehr lesen
Das blutige Gesicht von Neda könnte ... mehr lesen 4
Die blutüberströmte Iranerin Neda Soltan: Wird ihr Tod den Zorn der Demonstranten weiter anheizen?
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten ... mehr lesen  
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat unter Donald Trump antreten. «Ich wäre nicht die richtige Wahl für ihn», sagte Rubio dem Fernsehsender CNN am Sonntag. mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 12°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Basel 12°C 24°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
St. Gallen 11°C 21°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich sonnig
Bern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 13°C 23°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 13°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 20°C 31°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten