Pädophilie: Papst kritisiert US-Bischöfe

publiziert: Donnerstag, 17. Apr 2008 / 07:30 Uhr

Washington - Papst Benedikt XVI. hat die Bischöfe in den USA wegen ihres Umgangs mit den Pädophilieskandalen der vergangenen Jahrzehnte kritisiert. Sie seien mit dem Problem pädophiler Priester «manchmal sehr schlecht umgegangen», sagte der Papst am Mittwoch bei einem Treffen mit Bischöfen in Washington.

«Ernsthaft unmoralisch»: Papst Benedikt XVI.
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Der Papst verurteilte Priester, die Kinder sexuell missbrauchen, als «ernsthaft unmoralisch», warnte aber auch, dass die Geissel der Pädophilie «nicht nur in unseren Diözesen, sondern in jedem Gesellschaftsbereich» zu finden sei. Erforderlich sei «eine entschlossene, gemeinschaftliche Antwort», sagte das Kirchenoberhaupt.

«Wie kann man vom Schutz des Kindes sprechen, wenn Pornographie und Gewalt über die weitverbreiteten Medien in so vielen Haushalten gesehen werden», sagte der Papst, der am Dienstag in den USA eingetroffen war. Zu möglichen Strafmassnahmen des Vatikans gegen pädophile Priester wie einen Ausschluss aus der Kirche sagte der Papst jedoch nichts.

Stattdessen lobte er die Massnahmen der Katholischen Kirche in den USA, die allein im vergangenen Jahr rund 400 Mio. Dollar Entschädigung an Missbrauchsopfer zahlte. Die Skandalserie um Kindesmissbrauch und kirchliche Vertuschung stürzte die Katholische Kirche in den USA in ihre bisher tiefste Krise.

Opfer melden sich

Missbrauchsopfer und Kirchenkritiker sind enttäuscht, dass der Papst nicht die besonders getroffene Diözese Boston besucht. Der dortige Erzbischof hatte 2002 mit dem Geständnis, einen pädophilen Priester trotz Vergehen an Kindern geschützt zu haben, die Skandalwelle losgetreten.

Tausende Katholiken meldeten sich überall im Land und berichteten von sexuellem Missbrauch durch Priester. Bischöfe gerieten unter Verdacht, die Täter gedeckt zu haben. Manche Gemeinden mussten seither Kirchen verkaufen, um Schadenersatzklagen zu bewältigen.

(ht/sda)

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