Papst fordert Dialog

publiziert: Freitag, 19. Aug 2005 / 21:24 Uhr

Köln - Papst Benedikt XVI. rief bei seinem Besuch einer Synagoge in Köln zu einem «aufrichtigen und vertrauensvollen Dialog zwischen Juden und Christen» auf.

Katholiken und Juden seien zur praktischen Zusammenarbeit verpflichtet.
Katholiken und Juden seien zur praktischen Zusammenarbeit verpflichtet.
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"Wir müssen uns noch viel mehr und viel besser gegenseitig kennenlernen", sagte Benedikt XVI. vor 500 geladenen Gästen in der Kölner Synagoge. Katholiken und Juden seien durch ihr "reiches gemeinsames Erbe" verpflichtet, auch praktisch zusammenzuarbeiten.

Mit Besorgnis verwies der Papst darauf, dass "heute leider erneut Zeichen des Antisemitismus und Formen allgemeiner Fremdenfeindlichkeit auftauchen." "Sie müssen uns Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit sein."

Kein "Mea Culpa"

Benedikt XVI. geisselte in seiner Rede den Nationalsozialismus als "dunkelste Zeit deutscher und europäischer Geschichte" und verurteilte den millionenfachen Mord an Juden als "unerhörtes und unvorstellbares Verbrechen".

Auf die Mitschuld von Christen oder der katholischen Kirche am Holocaust ging er aber nicht ein - anders als es sein Vorgänger Johannes Paul II. in seinem Aufsehen erregenden Schuldbekenntnis "Mea Culpa" und bei seinem Israel-Besuch im Jahr 2000 getan hatte.

Ereignis "von enormer Bedeutung"

Der Festakt mit Ansprachen und Gesängen in der Synagoge fand nach traditionellem jüdischen Ritus statt. Abraham Lehrer vom Vorstand der Kölner Synagogengemeinde würdigte dabei den Besuch des Papstes als Ereignis "von enormer religiöser wie auch politischer Bedeutung".

Zugleich forderte Lehrer den Vatikan auf, seine Archive aus den Zeiten des Zweiten Weltkriegs vollständig zu öffnen. Bis heute ist die mögliche Veranwortung der katholischen Kirche im Zusammenhang mit dem Holocaust nicht vollständig geklärt.

Trotzdem zeigten sich die jüdischen Repräsentanten mit dem Auftritt von Benedikt XVI. zufrieden. Die Geste des Besuchs und die Rede wirkte hoffnungsvoll in die Zukunft.

(bert/sda)

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