Papst ruft zu Einsatz gegen Mafia auf

publiziert: Sonntag, 3. Okt 2010 / 18:46 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Okt 2010 / 21:36 Uhr
Der Papst ermutigte die Gläubigen, sich nicht durch die Mafia einschüchtern zu lassen.
Der Papst ermutigte die Gläubigen, sich nicht durch die Mafia einschüchtern zu lassen.

Rom - Bei seinem ersten Besuch auf der süditalienischen Insel hat Papst Benedikt XVI. die Bevölkerung Siziliens aufgerufen, entschieden gegen das organisierte Verbrechen und das Böse in der Welt einzutreten.

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«Gebt den Einflüssen der Mafia nicht nach, denn sie ist eine Strasse des Todes», sagte der Papst bei einem Treffen mit Tausenden von Jugendlichen auf der Piazza Politeama im Zentrum der sizilianischen Hauptstadt.

Auf seinem Weg zum Flughafen liess Benedikt die Wagenkolonne überraschend halten, um in Capaci zu Ehren des Anti-Mafia-Richters Giovanni Falcone und allen anderen Mafia-Opfern Blumen niederzulegen.

Falcone, der als Untersuchungsrichter in den 1980er Jahren eine Sonderkommission gegen die Mafia aufbaute, wurde am 23. Mai 1992 mit seiner Ehefrau und drei Leibwächtern auf der Autobahn bei Capaci bei einem Bombenattentat der Mafia ermordet. Er gilt gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Paolo Borsellino, der 1992 einem ähnlichen Anschlag zum Opfer fiel, als Symbolfigur des Kampfes gegen die sizilianische Mafia Cosa Nostra.

Vorbild Priester Don «Pino» Puglisi

Am Sonntagvormittag hatte Benedikt die Palermitaner bereits ermutigt, vor den Plagen des organisierten Verbrechens und der Arbeitslosigkeit nicht zu resignieren. «Ich bin heute hier, um Euch zu ermutigen, keine Angst zu haben, klar und deutlich christliche und menschliche Werte zu bezeugen», sagte das Kirchenoberhaupt bei einer Messe auf der Strandpromenade.

Nach Angaben des Vatikansprechers Padre Federico Lombardi nahmen etwa 200'000 Menschen an dem Gottesdienst teil. Benedikt forderte sie auf, sich an dem 1993 ermordeten Anti-Mafia- Priester Don «Pino» Puglisi ein Beispiel zu nehmen.

Don «Pino» (Giuseppe) Puglisi, geboren 1937 im Elendsviertel Brancaccio in Palermo, kämpfte gegen die sizilianische «Cosa Nostra» und deren Machenschaften. Er wurde 1993 nur wenige Monate vor dem Besuch von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. auf der Strasse erschossen. Der polnische Papst geisselte darauf in einer Predigt in Agrigent die Mafia für ihre «Kultur des Todes».

(fkl/sda)

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Der Papst hielt die Berichterstattung über den geplanten Anschlag für überzogen.
autsch.
Das tut weh!!

Gruss
aus Winterthur
Schwierige Sache
Mhhm, wird schwierig Ulenspigel.

Alleine die Vatikan Bank ist voll von Mafiosi. Und ausserdem sind das gute "Kunden". Beim Initierungsritus wird immer noch ein Madonnen Bildchen in der Hand angezündet.

Alleine im Drogenhandel werden pro Jahr 400 Millarden Euro umgesetzt. Auf die Gelder möchte kein Staat verzichten. Auch der Vatikan nicht. Sonst wären Drogen ja längst legal : )
Was wäre wenn die Kirche beginnt ...
Der Papst könnte ja als Signal folgendes von den Kirchen und seinen Priestern fordern:

Keine Absolution an Mafiosi.
Keine Beichte von Mafiosi abnehmen.
Kinder von Mafiosi nicht taufen.
Tote Mafiosi nicht in geheiligter Erde bestatten.
Lebende Mafiosi jeden Sonntag in der Kirche beim Namen nennen.

Und

Kein Geld, keine Spende von den Mafiosi annehmen....
Und auch keine Geschäfte mehr mit Mafiosi machen....

Die letzten zwei Forderungen wären wohl am Schwersten durch die Katholischen zu realisieren ....
.
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