Papst versöhnt sich mit Holocaust-Leugnern

publiziert: Samstag, 24. Jan 2009 / 15:45 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 27. Jan 2009 / 12:24 Uhr

Rom - Der Vatikan hat die Exkommunikation fundamentalistischer Bischöfe des früheren Erzbischofs Marcel Lefebvre rückgängig gemacht. Der Papst hofft nach diesem Schritt auf eine rasche und vollständige Versöhnung und Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft.

Marcel Lefebvre weihte Bischöfe ohne Erlaubnis des Vatikans. (Archivbild)
Marcel Lefebvre weihte Bischöfe ohne Erlaubnis des Vatikans. (Archivbild)
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Das Dekret im Namen von Papst Benedikt XVI. hebt die Exkommunikation der Bischöfe Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galaretta auf, die der Bruderschaft Pius X. angehören.

Besonders der Brite Richard Williamson fiel in der Vergangenheit als Holocaust-Leugner auf. In einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender sagte er, er denke dass 200'000 bis 300'000 Juden in den Konzentrationslagern der deutschen Nationalsozialisten starben, «aber nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern».

Im Jahr 1988 war eine Einigung zwischen der Priesterbruderschaft Pius X. und dem damaligen Kurienkardinal Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI., geplatzt. Der «Dissident» Lefebvre weihte die vier Personen trotz der Warnungen des Vatikans zu Bischöfen. Lefebvre und die Geweihten wurden daraufhin exkommuniziert.

Spaltung der Katholiken

Mit der Exkommunikation - dem Verlust der Kirchengemeinschaft - des französischen Alterzbischofs und der von ihm Geweihten erlebte die katholische Kirche 1988 ihre bisher letzte grundlegende Spaltung.

Die in Menzingen ZG ansässige Priesterbruderschaft Pius X. hat dem Papst ihre Dankbarkeit für die Annullierung der Exkommunikation der Bischöfe ausgedrückt.

Die Aufhebung der Exkommunikation sei über die Priesterbruderschaft hinaus für die gesamte Kirche eine Wohltat, teilte Benard Fellay, einer der Bischöfe und der Superior der Bruderschaft, in einem Communiqué mit.

(ht/sda)

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Papst Benedikt XVI. will die Aufhebung der Exkommunikation als Zeichen der Versöhnung verstanden wissen.
Levebvre selbst wurde nicht rekonziliiert
Levebvre starb 1990, daher wurde auch seine Exkommunikation nicht postum rückgängig gemacht.

Es wurde ja daran festgehalten, dass die Exkommunikationen 1988 zu Recht erfolgten, diese wurden nicht rückwirkend für unwirksam erklärt, sondern gnadenhalber den noch lebenden vier Bischöfen erlassen. [Die Bruderschaft selbst behauptet ja, die Bischofsweihen hätten zu keiner rechtswirksamen Exkommunikation geführt, das sieht der Vatikan aber anders.]
Predigen dürfen sie nicht
Die Überschrift ist sachlich falsch.

Die Exkommunikation wurde zwar aufgehoben, aber die Priesterbruderschaft St. Pius X ist nach wie vor keine kirchlich anerkannte Gruppe.

Mit der Folge, daß alle Bischöfe und Priester suspendiert sind und keine Sakramente spenden dürf(t)en, natürlich auch nicht im Namen der Kirche predigen.
.
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