Weltjugendtag

Papst würdigt in Rio die Familie als unschätzbaren Wert

publiziert: Freitag, 26. Jul 2013 / 22:14 Uhr
Papst Franziskus hat am Weltjugendtag in Rio de Janeiro die Familie als unschätzbaren Wert gewürdigt. (Archivbild)
Papst Franziskus hat am Weltjugendtag in Rio de Janeiro die Familie als unschätzbaren Wert gewürdigt. (Archivbild)

Rio De Janeiro - Papst Franziskus hat am Weltjugendtag in Rio de Janeiro die Familie als unschätzbaren Wert gewürdigt. Sie sei der bevorzugte Ort, an dem Glauben weitergegeben werde, sagte der Pontifex am Freitag beim traditionellen Angelus-Gebet.

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Es gelte, den Dialog zwischen den Generationen zu bewahren und zu pflegen. Franziskus erinnerte an die Eltern Marias und Grosseltern Jesu, derer die Kirche am 26. Juli gedenkt. «Wir grüssen alle Grosseltern!», rief er vom Balkon des Erzbischofspalasts St. Joaquim Tausenden jubelnden Gläubigen zu.

«Kinder und alte Menschen bauen die Zukunft der Völker auf; die Kinder, weil sie die Geschichte weiterführen; die Alten, weil sie die Erfahrung und die Weisheit ihres Lebens weitergeben», zitierte der Papst aus dem Dokument eines Kirchentreffens im Wallfahrtsort Aparacedia.

Kreuzwegprozession an der Copacabana

Franziskus hatte zuvor Jugendlichen die Beichte abgenommen und mit jungen Straftätern gesprochen. Am Abend (ca. 23.00 Uhr MESZ) stand eine Kreuzwegprozession an der beliebten Copacabana-Promenade der Sechs-Millionen-Metropole an.

Die Pilger des Weltjugendtages hatten den Papst das erste Mal am Donnerstagabend an der Copacabana empfangen. Viele Fahnen, darunter auch Schweizer, und «Viva Papa»- Rufe hiessen den 76-Jährigen auf dem weltgrössten Katholikentreffen willkommen.

Auf seiner Fahrt im offenen Geländewagen wurde Franziskus begeistert gefeiert. Immer wieder liess er das Auto stoppen, um Gläubige zu begrüssen, Babys zu küssen und die jungen Leute zum Jubeln anzufeuern. «Was für ein unvergesslicher Empfang», twitterte er später.

Bei seiner Ansprache auf einer riesigen Bühne am Strand warb Franziskus darum, Gott wieder ins Zentrum des Lebens zu stellen.

«Wir sind versucht, uns selbst in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen, zu glauben, dass es an uns allein liegt, unser Leben aufzubauen, oder dass Besitz, Geld, Macht es glücklich machen. Aber das ist nicht so», sagte er.

Aufforderung zur Einmischung

Der Pontifex ermutigte die Jugend bei einer Begegnung mit Pilgern aus seinem Heimatland Argentinien, sich in Kirche und Gesellschaft einzumischen: «Macht Krach!»

In Rio de Janeiro schien am Freitag das erste Mal seit drei Tagen wieder die Sonne. Die Veranstalter hatten wegen des Dauerregens am Donnerstag beschlossen, die am Sonntag geplante Abschlussmesse von Guaratiba im Westen Rios an die Copacabana zu verlegen. Das in Guaratiba vorbereitete «Campus Fidei» (Feld des Glaubens) war durch den Regen völlig aufgeweicht.

Plan B für Rio

Die Stadtverwaltung der Sechs-Millionen-Metropole Rio griff auf «Plan B» zurück und sperrte auf mehrere Kilometer Strassen entlang des Strandes, damit die erwarteten Hunderttausenden Menschen einen Pilgerweg bis zur Hauptbühne an der Copacabana zurücklegen können.

«Der Besuch des Papstes ist eine Ehre und eine Freude», sagte Rios Bürgermeister Eduardo Paes mit Blick auf die kurzfristige Änderung. «Wir werden das nicht zu einem Problem für die Stadt machen.»

Der Pontifex war am Montag auf seiner ersten Auslandsreise in Brasilien angekommen. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi zog eine positive Zwischenbilanz. Er sei froh, dass die Hälfte des Besuchs schon vorbei sei, scherzte er. «Wenn er länger dauerte, dann wären wir erledigt.»

Am Samstag treffen sich Papst und Pilger an der Copacabana zur traditionellen Nachtwache (Vigil). Nach der Messe fliegt der Papst am Sonntagabend von Rio zurück nach Rom.

 

(tafi/sda)

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