Phelps´ goldiger Deal
publiziert: Montag, 11. Aug 2008 / 00:00 Uhr / aktualisiert: Montag, 11. Aug 2008 / 07:20 Uhr

Perfekter Auftakt für Michael Phelps (23): Der amerikanische Superstar erfüllte unter den Augen von Staatspräsident George W. Bush den ersten Teil seiner Rekordjagd an den Olympischen Spielen mit Bravour. Phelps gewann sein Abschiedsrennen über 400 m Lagen in Weltrekordzeit.

Michael Phelps siegte über 400 m Lagen.
Michael Phelps siegte über 400 m Lagen.
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Für zwei weitere Bestmarken sorgten am Startwochenende Stephanie Rice und die amerikanische Männerstaffel über 4x100 m Crawl. Die 20-jährige Australierin unterbot wie Phelps im Final über 400 m Lagen in 4:29,45 den seit Ende Juni bestehenden Weltrekord um 1,67 Sekunden. Silber ging an Kirsty Coventry aus Simbabwe, die ebenfalls deutlich unter dem bisherigen Weltrekord blieb. Dritte wurde die abgelöste Rekordhalterin Katie Hoff (USA).

Bereits im Vorlauf schlug das US-Quartett Nathan Adrian, Cullen Jones, Ben Wildman-Tobriner und Matt Grevers zu. Die Amerikaner senkten ihren Weltrekord vom August 2006 um 23 Hundertstel auf 3:12,23. Die zweitklassierten Franzosen mit 3:12,36 (Europarekord) sowie die drittklassierten Australier (3:12,41) blieben unter der alten Bestmarke.

Fast nicht zu glauben: Sowohl die USA (ohne Phelps) wie auch Frankreich (ohne 100-m-Weltrekordhalter Alain Bernard) und Australien (ohne Eamon Sullivan) traten nicht in Bestbesetzung an.

Bush schwingt die Nationalflagge

Nach jeweils 100 m Delfin, Rücken, Brust und Crawl schlug Michael Phelps in 4:03,84 an, 1,41 Sekunden unter seiner Bestleistung von Ende Juni an den US-Trials in Omaha (Nebraska). «Nach dem Rennen schaute ich zu Präsident Bush und sah, wie er sich freute und die Nationalflagge schwenkte. Das fand ich recht cool.»

Trotz einer leichten Erkältung war Phelps erster von acht möglichen Triumphen in China nie gefährdet. Der Zweitklassierte Laszlo Cseh senkte zwar seinen im Juni aufgestellten Europarekord gleich um 1,8 Sekunden, doch zu Phelps fehlten dem Ungar immer noch 2,32 Sekunden.

«Vor dem Rennen habe ich mit meinem Trainer (Bob Bowman -- Red.) vereinbart, dass ich nie mehr über 400 m Lagen antreten muss. Der Deal galt aber nur, wenn ich Rekord schwimme», sagte der Amerikaner. Er wolle in den nächsten Jahren einige neue Rennen ausprobieren, so Phelps, der nur auf den Bruststrecken nicht zur absoluten Weltspitze zählt.

Im Fokus hat der mittlerweile siebenfache Olympiasieger aus Baltimore (Maryland), der erst nach den Sommerspielen 2012 in London zurückzutreten gedenkt, wohl vor allem die 400 m Crawl. Diese Disziplin findet an Olympischen Spielen immer am gleichen Tag wie die 400 m Lagen statt. Einigermassen beruhigend, dass selbst ein Ausnahmeathlet wie Michael Phelps nicht beide Rennen bestreiten kann.

Südkoreas erstes Schwimmgold

Über 400 m Crawl gewann Weltmeister Park Tae-Hwan die erste Olympia-Goldmedaille für Südkorea. Der erst 18-Jährige schlug in 3:41,86 an, einzig der vor zwei Jahren zurückgetretene Weltrekordhalter Ian Thorpe war jemals schneller. Im gleichen Rennen sorgte Zhang Lin für die erste chinesische Olympia-Schwimmmedaille bei den Männern. Der 21-Jährige trainiert seit Anfang Jahr mit Grant Hacketts früherem Coach Denis Cotterell an der australischen Gold Coast. Dem Vorlaufschnellsten Larsen Jensen reichte es nur zum 3. Platz.

Torres 24 Jahre nach Los Angeles

Die USA waren am Sonntag auch in der vierten und letzten Entscheidung auf dem Podium vertreten. Über 4x100 m Crawl gabs für die Amerikanerinnen Silber, womit Dana Torres (41) 24 Jahre nach ihrem Olympia-Debüt ihre zehnte Medaille gewann. Als Zweiter ist man in den USA allerdings erster Verlierer -- so war auch George Bushs Abstecher zu den Schwimmern noch vor der Medaillenübergabe beendet.

Der Sieg des holländischen Quartetts Inge Dekker, Ranomi Kromowidjojo, Femke Heemskerk und Marleen Veldhuis wird auch den Organisatoren gelegen gekommen sein. Diese entgingen damit der Gefahr, sich beim Abspielen der US-Hymne ein zweites Mal zu blamieren. Bei der Zeremonie nach Phelps? Sieg war die Nationalhymne nicht ausgepielt worden...

Den zweiten Europarekord innert 14 Stunden stellte der Norweger Alexander Dale Oen auf, der als Halbfinalschnellster über 100 m Brust in 59,16 anschlug. Zum Weltrekord des Amerikaners Brendan Hansen fehlen Oen nur noch drei Hundertstel.

Innert nur fünf Minuten gabs bei den Frauen zwei Europarekorde über 100 m Brust. Zunächst senkte die Österreicherin Mirna Jukic die kontinentale Bestmarke auf 1:07,06, zwei Vorläufe später schlug die erst 16-jährige Russin Julia Jefimowa sogar in 1:06,08 an.

(Valentin Oetterli, Peking/Si)

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