Politisch bissige Karnevalszüge in Deutschland

publiziert: Montag, 19. Feb 2007 / 21:25 Uhr / aktualisiert: Montag, 19. Feb 2007 / 23:33 Uhr

Köln/Düsseldorf/Mainz - Weit über drei Millionen Narren haben sich am Rosenmontag von den Karnevalszügen in Köln, Düsseldorf, Mainz und vielen anderen deutschen Städten begeistern lassen. Auch Kälte und grauer Himmel konnten ihnen die Laune nicht verderben.

«Das ist grosser europäischer Karneval, für alle Menschen aus allen Ländern», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Köln.
«Das ist grosser europäischer Karneval, für alle Menschen aus allen Ländern», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Köln.
Besonders politisch waren wieder die Motivwagen in Düsseldorf. So zeigte ein Wagen zwei bis an die Zähne bewaffnete Mullahs. Beide sahen gleich aus, nur vor einem stand «Klischee», vor dem anderen «Wirklichkeit».

Aiman A. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), kritisierte diese Darstellung: «Mit Humor hat das nichts zu tun», sagte er in Köln. «Als geborener Rheinländer sehe ich das gelassen. Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der Jecken nicht dafür ist, dass ein islamverachtender Zynismus salonfähig gemacht wird.»

Auf einem anderen Düsseldorfer Wagen fuhr Adolf Hitler mit heruntergelassener Hose mit und schied die NPD als stinkende Nachgeburt aus.

«Bissiger» Aussenminister

Auch sonst zeigten die Düsseldorfer Biss. Um den Hals von Aussenminister Frank-Walter Steinmeier hatte sich der Bart des unter falschem Terrorverdacht im US-Gefangenenlager Guantánamo inhaftierten Murat Kurnaz als Schlinge zusammengezogen.

Auch die Aussenpolitik kam nicht zu kurz: Auf einem Wagen roch US-Präsident George W. Bush beim iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad an der «Achsel des Bösen». In Mainz bekam Bush von der Freiheitsstatue den blanken Hintern versohlt.

Ähnlich erging es dem scheidenden bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber: Er griff nach seinem Hut an der Garderobe, während ihn von hinten ein roter Schuh trat - eine Anspielung auf die Fürther Landrätin Gabriele Pauli.

Die Kölner Wagen fielen eher zahm aus, obwohl Zugleiter Christoph Kuckelkorn vorher mehr politischen Biss versprochen hatte. Als Bademeisterin im schwarz-rot-goldenen Badeanzug musste Angela Merkel Mehrwertsteuerhai, Abgabekrokodil und Reformkrake bändigen. Zugleich feuerte sie den Deutschen Michel an, sich in die Fluten zu stürzen.

(dl/sda)

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