Politische Freunde zeigen auf Syrien

publiziert: Mittwoch, 22. Nov 2006 / 11:17 Uhr

Kairo - Der libanesische Industrieminister ist noch keine Stunde tot, da zeigen seine Verbündeten schon mit dem Finger auf Syrien.

Der Sohn des ermordeten libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri, Saad Hariri, macht Syrien verantwortlich.
Der Sohn des ermordeten libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri, Saad Hariri, macht Syrien verantwortlich.
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Der syrische Präsident Baschar al-Assad sei für die Ermordung von Pierre Gemayel direkt verantwortlich, ruft der drusische Parlamentsabgeordnete Wael Abu Fauar.

Und auch Saad Hariri - der Sohn des 2005 ermordeten Ex-Regierungschefs Rafik Hariri - ist sich sicher, dass das Regime im Nachbarland bei der Ermordung des jungen Ministers die Fäden gezogen hat.

Beweise gibt es zwar keine. Doch dieses Attentat und die früheren Morde haben eines gemeinsam: Die Opfer hatten sich alle offen gegen Syrien und seine Versuche gestellt, auf die libanesische Politik Einfluss zu nehmen.

Gegen stabilen Libanon

Fest steht auf jeden Fall, dass das neue Attentat von Kräften verübt wurde, die eine Stabilisierung im Libanon unbedingt verhindern wollen. Dabei ist die Lage nach dem Krieg zwischen Israel und der schiitischen Hisbollah in diesem Sommer und wegen der Kontroverse um die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit ohnehin schon extrem gespannt. Die beiden grossen politischen Lager - die vorwiegend aus Weggefährten von Rafik Hariri bestehende Regierungsmehrheit und die pro-syrische Opposition unter Führung der Hisbollah - haben sich in den vergangenen Tagen regelrecht ineinander verkeilt.

Verhandlungen in weiter Ferne

Nach dem Mord an Gemayel, der zu einer der wichtigsten christlichen Politiker-Dynastien des Landes gehörte, dürfte es nach Ansicht libanesischer Beobachter fast unmöglich sein, die Kontrahenten wieder zurück an den Verhandlungstisch zu lotsen.

Die Hisbollah-Anhänger hatten ohnehin schon damit gedroht, auf die Strasse zu gehen, um die Regierung zu stürzen. Und auch aus dem Lager der Regierung hört man in diesen Tagen zunehmend schrille Töne. Fast sieht es so aus, als würden diejenigen libanesischen Politiker Recht behalten, die noch unter dem israelischen Bombenhagel im Sommer prophezeit hatten, nach Kriegsende würden die «offenen Rechnungen» beglichen.

Streit um Hariri-Tribunal

Vor allem der Streit um das internationale Tribunal zur Aufklärung des Hariri-Mordes hatte die Stimmung in der vergangenen Woche angeheizt. Saad Hariri, Ministerpräsident Fuad Siniora und ihre Verbündeten werfen der Gegenseite vor, sie greife die Regierung nur an, um zu verhindern, dass das Tribunal die Wahrheit über den Mord ans Licht bringt.

In den Mord sollen syrische Funktionäre und Sicherheitsleute von Staatspräsident Émile Lahoud verwickelt sein. Die Hisbollah behauptet ihrerseits, die Siniora-Regierung folge blind den Vorgaben Washingtons.

( Anne-Beatrice Clasmann/dpa)

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Pierre Gemayel gehörte dem anti-syrischen Lager an.
 
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