Poller verhindern Airport-Anschlag

publiziert: Sonntag, 1. Jul 2007 / 16:27 Uhr

Glasgow - Es war der erste Ferientag in Grossbritannien, und die Behörden am Flughafen von Glasgow hatten sich auf das typische Chaos zum Urlaubsbeginn eingestellt. Doch mit dem Chaos an diesem ganz speziellen Samstagnachmittag hatte niemand gerechnet.

Wäre der Wagen durch den Haupteingang gekommen, hätte er Hunderte getötet. (Archivbild)
Wäre der Wagen durch den Haupteingang gekommen, hätte er Hunderte getötet. (Archivbild)
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Aus heiterem Himmel raste ein grüner Geländewagen auf den Haupteingang der grössten Abfertigungshalle zu, stiess gegen die Poller und explodierte. Wie durch ein Wunder wurde ausser einem der beiden Insassen niemand verletzt.

Doch der Schock sitzt tief. Nach dem nun schon dritten, nur mit einigem Glück vereitelten Autobombenanschlag innerhalb von zwei Tagen wächst die Angst vor einer neuen Terrorwelle zwei Jahre nach den blutigen Londoner Anschlägen vom 7. Juli.

«Lauf!»

Immer noch erschüttert beschrieb der Augenzeuge Simon Howard der BBC, wie sich der Geländewagen seinen Weg zur Abfertigungshalle rammte. Er habe noch gesehen, wie der Beifahrer einen flammenden Lappen aus dem Fenster hielt, dann «schnappte ich mir meine Tochter und schrie meiner Frau zu: 'Lauf'», erinnert sich Howard.

«Die Poller stoppten ihn. Wäre er durch den Haupteingang gekommen, hätte er Hunderte getötet», erzählt James Edgar dem Sender Sky News. Und Stephen Clarkson erinnert sich, wie einer der beiden Insassen des Jeeps vergeblich versuchte den Kofferraum zu öffnen, während er gleichzeitig mit Polizisten kämpfte.

Andere Passagiere wollen gesehen haben, dass einer der beiden mutmasslichen Attentäter noch versuchte, den Wagen mit Benzin zu übergiessen, bevor er von Passagieren niedergeschlagen wurde.

Haut und Kleider in Flammen

«Zuerst war es nur ein kleines Feuer. Doch dann gab es eine riesige Explosion», erzählt Robin Patterson. Der 42-jährige Mann aus dem südostenglischen Rochester erlebte die Explosion aus nächster Nähe: «Der Typ neben dem Auto - seine Haut und seine Kleider gingen einfach in Flammen auf. Er rannte weg.»

Nach Angaben der Polizei wurde der Mann mit schweren Verbrennungen in das nächstgelegene Spital gebracht. Dort wurde dann entdeckt, dass er einen «verdächtigen Gegenstand» am Leib trug. Vorsichtshalber wurde daraufhin die Notaufnahme evakuiert und für kurze Zeit gesperrt.

Zurück auf dem Boden

Viele der 35 000 Passagiere, mit denen die Flughafenverwaltung zum Ferienbeginn gerechnet hatte, waren schon ganz auf ihren Flug in wärmere Gegenden eingestellt, als sie plötzlich so brutal auf den regennassen Boden der schottischen Stadt zurückgeholt wurden.

In ihren Shorts, T-Shirts und Turnschuhen verliessen sie nur zögernd das rauchende Gebäude, während immer noch Flammen am Vordach leckten. Mit Hilfe von Abfallsäcken notdürftig vor dem Nieselregen geschützt, zogen sie zu Fuss zu den nächstgelegenen Hotels, um dort auf die Wiederaufnahme des Flugbetriebs zu warten.

Andere mussten derweil in den auf dem Rollfeld gestoppten Maschinen warten, bis die Polizei Entwarnung gab. Nach Angaben des Glasgower Polizeichefs Willie Rae war dies Stunden später immer noch nicht der Fall.

(Kieran Dodds/afp)

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Die Polizei sicherte die untersuchten Gegenden.
 
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