Prestige verlor schon so viel Öl wie Exxon Valdez

publiziert: Samstag, 15. Feb 2003 / 16:19 Uhr

Madrid - Der vor drei Monaten im Atlantik gesunkene Grosstanker Prestige hat mehr Öl verloren als bisher angenommen. Nach neuesten Schätzungen der Expertenkommission gelangten fast 40 000 Tonnen giftiges Schweröl ins Meer und an die Küsten.

Helfer behalten eine Ölbarriere im Auge.
Helfer behalten eine Ölbarriere im Auge.
Das ist doppelt so viel wie beim Unglück der Erika im Dezember 1999 vor der Bretagne und entspricht etwa der Menge, die 1989 aus der Exxon Valdez vor Alaska auslief.

Die Prestige war am 13. November mit rund 77 000 Tonnen Öl an Bord leckgeschlagen und sechs Tage später auseinander gebrochen. Im Wrack befinden sich gemäss der von der spanischen Regierung eingesetzten Expertengruppe noch 37 500 Tonnen Öl. Aus zwei nicht mehr zu schliessenden Lecks treten täglich zwei Tonnen aus.

In den nächsten Wochen soll darüber entschieden werden, welche der zwei Bergungsvarianten in Frage kommen. Die Fachleute neigen zum Abpumpen des Öls. Dies würde mindestens neun Monate dauern und umgerechnet 340 Millionen Franken kosten.

Für das Einbetonieren der zwei Wrackteile werden dagegen mindestens zwei Jahre und 190 Millionen Franken veranschlagt. Keines dieser Verfahren ist in einer so grossen Tiefe - fast 4000 Meter - jemals versucht worden.

(rr/sda)

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