Pro-Komitee für Komplementärmedizin

publiziert: Freitag, 27. Mrz 2009 / 12:50 Uhr

Bern - Die Verfassungsgrundlage für die Anerkennung der Heilkunde ausserhalb der Schulmedizin ist politisch gut abgestützt. Das Ja-Komitee «Zukunft mit Komplementärmedizin» hat in Bern seine Argumente ausgebreitet.

Gemäss Simonetta Sommaruga ist die rein schulmedizinische Optik nicht zulässig. (Symbolbild)
Gemäss Simonetta Sommaruga ist die rein schulmedizinische Optik nicht zulässig. (Symbolbild)
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Im Komitee machen 36 von 46 Ständeräten und rund 100 von 200 Nationalräten mit. Am 17. Mai entscheiden Volk und Stände, ob die Komplementärmedizin in die Bundesverfassung aufgenommen wird. Der Verfassungsartikel gibt Bund und Kantonen den Auftrag, die günstigen Heilmethoden im Gesundheitswesen zu berücksichtigen.

Die ursprüngliche Volksinitiative «Ja zur Komplementärmedizin» verlangte eine «umfassende» Berücksichtigung der alternativen Medizin. Die Forderung nach der Gleichstellung mit der Schulmedizin ging dem Parlament zu weit. Die Forderung «umfassend» wurde ersatzlos gestrichen, die Initiative darauf zurückgezogen.

Sicher ist für das Komitee, dass die 2005 von Bundesrat Pascal Couchepin gestrichenen fünf Methoden Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Neuraltherapie und Traditionelle Chinesische Therapie wieder kassenpflichtig werden müssen. Weil ihre Ausbootung bevorstand, war seinerzeit das Volksbegehren lanciert worden.

Unzulässige Masstäbe

Die fünf Behandlungsmethoden erfüllten die gesetzlichen Kriterien der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmässigkeit, sagte Ständerätin Simonetta Sommaruga (SP/BE) vor den Medien. Vor dem negativen Entscheid des Gesundheitsministers sei ihre Wirksamkeit nur aus schulmedizinischer Optik geprüft worden, was nicht zulässig sei.

Das Hauptziel der Vorlage sieht das Pro-Komitee in der engeren Zusammenarbeit und gegenseitigen Ergänzung der Komplementär- und der Schulmedizin. Für die nichtärztlichen Therapeuten, die über die Zusatzversicherung abrechnen, sollen nationale Diplome geschaffen werden. Der Bund dürfe diese Arbeiten nicht länger blockieren.

(bert/sda)

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