Schleppende Instandstellung:

Protest: Montblanc-Tunnel ist nach Katastrophe noch immer zu

publiziert: Samstag, 11. Mrz 2000 / 18:12 Uhr

Rom - Im norditalienischen Aostatal wächst der Protest gegen die Regierung in Rom, die ein Jahr nach dem verheerenden Brand im Montblanc-Tunnel noch nicht mit den Vorbereitungen für die Wiedereröffnung begonnen hat.

Die Arbeiten im elf Kilometer langen Tunnel, in dem am 24. März vergangenen Jahres 40 Menschen ums Leben gekommen waren, hätten bereits im August 1999 beginnen sollen. Aus technischen und bürokratischen Gründen musste der Beginn der Arbeiten, die Italien und Frankreich mit finanzieller Hilfe der EU umgerechnet 250 Mio. Fr. kosten werden, auf Anfang Juni verschoben werden. Der Tunnel wird nicht vor 2001 wiedereröffnet werden, was die Wirtschaft des Aostatals weitere Monate lahm legen wird.

Die Sperre kostet das Tal zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts an fehlenden Einnahmen. Seit dem Brand verzeichnete Italien Verluste in Höhe von rund 850 Mio. Franken, weil Lkw-Fahrer aus Nordeuropa Aostatal vermeiden müssen.
Auch der bisher florierende Tourismus der Gegend leidet stark unter der Sperrung des Tunnels, der Italien mit Frankreich und der Schweiz verbindet. «Aostatal ist in eine Situation wie vor 35 Jahren zurückgefallen, als es den Tunnel noch nicht gab. Wir sind von Europa abgeschnitten», sagte der Bürgermeister von Courmayeur, Romano Blua. Protestinitiativen sind in den nächsten Tagen in Rom geplant.

(ba/news.ch)

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