Pfeifkonzert für gerechte Löhne

Protest mit Trillerpfeifen und fliegenden Büstenhaltern

publiziert: Dienstag, 14. Jun 2011 / 19:19 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 14. Jun 2011 / 19:52 Uhr
«Farbe bekennen für die Gleichstellung» war das Motto. Viele Teilnehmerinnen wählten Lila.
«Farbe bekennen für die Gleichstellung» war das Motto. Viele Teilnehmerinnen wählten Lila.

Bern - Schrille Töne und symbolische Aktionen haben am Dienstag den nationalen Frauenaktions- und Streiktag geprägt. Die Frauen stöckelten in High Heels für gerechte Löhne über die Plätze, liessen BHs in die Luft steigen und demonstrierten lautstark für mehr Gleichstellung.

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Dem Aufruf zum Frauenaktionstag folgten seit dem frühen Morgen Tausende in allen grösseren Schweizer Städten und in zahlreichen Betrieben. Allerdings ging die Mehrheit der Frauen zur Arbeit und beteiligte sich erst nach Feierabend an den Protesten und Festivitäten.

Dann aber formierten sich junge und alte Frauen von St. Gallen bis Genf zu lila-farbenen Protestzügen. In Zürich demonstrierten rund 2000 Personen, wie die Stadtpolizei schätzte. In Lausanne wurden 1500 Demonstrierende gezählt, in Bern 1300, in Genf 1000 und in Luzern 300.

Punkt 14.06 Uhr machten die Frauen in der ganzen Schweiz ihrem Ärger über die ungleichen Löhne und das "Schneckentempo bei der Gleichstellung" mit einem schrillen Pfeifkonzert Luft. Rund 40'000 Trillerpfeifen waren im Vorfeld verteilt worden.

Weniger Leute am Nachmittag

In allen grösseren Schweizer Städten versammelten sich allerdings bloss mehrere hundert Personen zum Trillerpfeifen-Protest, wie SDA-Korrespondenten vor Ort feststellten. Vor allem Frauen über 40 und einige wenige Männer pfiffen dennoch mehrere Minuten lang und mit grosser Begeisterung.

Auf allen Plätzen dominierte die Farbe lila - Fahnen, T-Shirts und Accessoires sollten an die Farbe des ersten nationalen Streiktages vom 14. Juni 1991 erinnern.

Fliegende Büstenhalter

In Bern trafen sich 400 Frauen zum Pfeifkonzert. Für Aufmerksamkeit sorgten in der Bundeshauptstadt rund 40 fliegende Büstenhalter: Die Frauen liessen an lila Ballonen Push-up-BHs in den Himmel steigen. Die Aktion sollte symbolisieren, dass auch in Sachen Gleichstellung noch ein Schub nach oben nötig sei.

"Ein echter Push-up wären genug Betreuungsplätze für Kinder, Teilzeitstellen auch für Männer, gleicher Lohn für gleiche Arbeit und mehr Führungspositionen für Frauen", hiess es auf Flugblättern. BHs als Instrument des Frauenprotests hätten eine weltweite Tradition, hatten die Organisatoren zuvor erklärt. Heutzutage protestierten Frauen nicht mehr ohne, sondern mit Büstenhaltern.

Protestlunch und High Heels

In Chur stöckelten Frauen in High Heels vom Bahnhof zum Grossratsgebäude. In Basel traf sich frau zum Protestlunch und zur "Schneckendemo".

In St. Gallen zeigten die Angestellten des Detailhandels die lila Flagge: Verkäuferinnen, Coiffeusen oder Serviceangestellte liessen sich von der Kundgebung durch die Innenstadt anstecken und legten Protestpausen ein. Mehrere hundert Personen feierten so ein spontanes Streikfest.

(joge/sda)

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Heiteres Berufe raten!
Sind Sie jetzt Maurer, Eisenleger, Kanalputzer oder schlicht (Futz*) dumm?...... (*dieses Wort darf ja nach Stäpflis "Schwanz" Erguss sicher verwendet werden, Lieber Forumsmarter).....
Es geht ja nicht darum welche Arbeit mehr wert ist oder in welchem Beruf mehr geschuftet werden muss, es geht schlicht darum, dass für die gleiche "Leistung" der gleiche Lohn bezahlt werden soll. Und zwar unabhängig von Schnäbi oder Ritzli
Ich habe übrigens bewusst "Leistung" geschrieben und nicht Arbeit.
In Berufen
wie Maurer, Eisenleger, Kanalputzer etc. sieht man auch 20 Jahre später nur sehr selten Frauen. Offenbar ziehen die Frauen auch heute noch das angenehmere Leben harter Arbeit vor. Aber demonstrieren kann man ja trotzdem mal, nur Glubwürdiger sind diese zumeist linken Frauen auch 20 Jahre später nicht geworden.
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