Streitkräfte mit Gewalt gegen Studenten

Proteste in Jemen gewaltsam niedergeschlagen

publiziert: Mittwoch, 9. Mrz 2011 / 08:42 Uhr
Proteste in Jemen.
Proteste in Jemen.

Sanaa - Im Jemen haben Streitkräfte am Dienstag die von Studenten besetzte Universität in der Hauptstadt Sanaa gewaltsam gestürmt. Laut Augenzeugen gingen die Soldaten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die jungen Männer und Frauen vor.

4 Meldungen im Zusammenhang
Die Studenten hatten für einen Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh demonstriert. Nach Angaben von Ärzten wurden mehrere Dutzend Menschen verletzt, viele von ihnen schwer. Zunächst war von gegen 100 Verwundeten die Rede, danach von mindestens 65.

Laut Augenzeugen hatten Polizisten und Sicherheitsbeamte in Zivil auf die Menschen geschossen. Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete indes, die Schüsse gingen auf das Konto eines Stammesführers. Drei Demonstranten und drei Polizisten seien dabei verletzt worden.

Häftlinge protestieren mit Meuterei

Auch etwa 2000 Häftlinge protestierten - mit einer Meuterei in einem Gefängnis in Sanaa. Der Aufstand habe am Montag begonnen, berichtete ein Behördenvertreter am Dienstag. Die Häftlinge hätten mehrere Wachleute als Geiseln genommen und bessere Haftbedingungen gefordert.

Das Sicherheitspersonal habe Tränengas eingesetzt und in die Luft geschossen. Mindestens ein Häftling kam ums Leben. 80 Menschen wurden verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Im Jemen wird seit Wochen gegen die Regierung protestiert. In Sanaa war die Lage am Dienstag angespannt. Die Streitkräfte liessen Panzerwagen auffahren und besetzten wichtige Kreuzungen und Zufahrten zum Präsidentenpalast sowie zur Zentralbank.

Auch in anderen Städten

In mehreren Städten der Provinz Ibb beteiligten sich Zehntausende an Protesten gegen das gewaltsame Vorgehen von mutmasslichen Regierungsanhängern.

Auch aus den Provinzen Dhamar, Schabwa, Hadramaut und Tais wurden Proteste gemeldet. Nachdem am Montag ein junger Demonstrant von einer Kugel schwer am Kopf verletzt worden war, schloss sich am Dienstag eine Gruppe Frauen einem Protestzug in der Hafenstadt Aden im Süden des Landes an.

In den vergangenen Wochen kamen bei Zusammenstössen zwischen Regierungsanhängern und Demonstranten im Jemen mindestens 27 Personen ums Leben.

(bert/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Sanaa - Die Massenproteste gegen ... mehr lesen
In Sanaa wird seit Wochen demonstriert. (Archivbild)
Ali Abdullah Saleh.
Sanaa - Der von Regimegegnern bedrängte jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh hat eine umfassende Verfassungsreform versprochen. Die neue Verfassung sehe eine effektive Gewaltenteilung ... mehr lesen
Manama - Der Widerstand gegen ... mehr lesen
Tausende protestieren in Bahrain gegen Regierungschef Scheich Chalifa bin Salman Al Chalifa.
Demonstranten in Sanaa.
Sanaa - In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind am Dienstag erneut zehntausende Menschen auf die Strasse gegangen und haben den Rücktritt von Präsident Ali Abdullah Saleh ... mehr lesen
Dominosteine wanken
Daran sieht man mit was für einem brutalen Regime man es iMm Jemen zu tun hat. Die Umbrüche und das Aufbegehren der Menschen in diesen Länder zeigen in aller Deutlichkeit und unmissverständlich auch auf dass gerade das ständig kritisierte Israel bezüglich Menschenrechten, Freiheit, Demokratie offenbar als einziges Land in der Region auf der richtigen Seite steht. Es bleibt zu hoffen Regime wie KSA und Iran fallen auch noch. Aber vorerst muss man sich offenbar damit begnügen dass alles an der Misere der islamischen Welt schuld ist wie USA, Mossad, Kolonialgeschichte etc. nur nicht der nur schwer oder eher gar nicht reformierbare Islam und die dadurch ausgelöste Überbevölkerung. Der Islam wird es auch sein der nun den Oppositionellen in ihrem Weg richtung Freiheit am meisten im wege stehen wird. Hier dürfte es noch zu erheblichen Auseinandersetzungen kommen, was die Unterstützung der Opposition durch den Westen unabdingbar macht.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche Überwachung der Erdoberfläche, insbesondere für militärische Zwecke.
Das Ziel des Starshield-Projekts ist die kontinuierliche ...
Nach Berichten aus den USA plant SpaceX den Bau eines neuen Satellitennetzwerks für einen US-Geheimdienst. Dieses Netzwerk namens «Starshield» soll die gesamte Erdoberfläche überwachen. mehr lesen 
Musikstreaming-Apps im App Store  Brüssel hat Apple mit einer Geldstrafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro belegt. Laut einer Untersuchung ... mehr lesen  
Apple hatte Musikstreaming-Konkurrenten im App Store benachteiligt.
Internationales Super-Wahljahr 2024.
Während die USA und andere Länder sich auf die bevorstehenden Wahlen vorbereiten, prognostiziert eine neue Studie eine Eskalation der täglichen ... mehr lesen  
Obwohl künstliche Intelligenz komplexe Probleme lösen kann, hat sie auch ihre Grenzen. In einem virtuellen Test ... mehr lesen  
Die US-Army testet KI gesteuerte Drohnen - und wurde überrascht.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 1°C 5°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wolkig, aber kaum Regen
Basel 2°C 8°C bedecktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen starker Schneeregen
Bern 0°C 4°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 1°C 5°C Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig starker Schneeregen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 0°C 8°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wolkig, aber kaum Regen
Lugano 7°C 10°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten