Heilige Schrift «Entsorgung»v

Proteste nach Koran-Verbrennung in Afghanistan

publiziert: Dienstag, 21. Feb 2012 / 13:31 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 21. Feb 2012 / 19:39 Uhr
Die ISAF-Truppen geben sich alle Mühe bei der Bevölkerung in Ungnade zu fallen.
Die ISAF-Truppen geben sich alle Mühe bei der Bevölkerung in Ungnade zu fallen.

Kabul - Berichte über Koran-Verbrennungen durch NATO-Soldaten haben in Afghanistan wütende Proteste ausgelöst. Tausende Afghanen belagerten am Dienstag den grössten US-Stützpunkt in Bagram und warfen Brandsätze.

5 Meldungen im Zusammenhang
Nach Angaben eines Polizisten beteiligten sich mehr als 2000 Demonstranten an den Protesten vor der US-Basis, die rund 60 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kabul gelegen ist. Bei den Angriffen wurde eines der Lagertore in Brand gesetzt.

Die Demonstranten riefen "Tod den Amerikanern" und "Tod den Ungläubigen". Sicherheitskräfte schossen von einem Wachturm aus mit Gummikugeln in die Menge, dabei wurden mehrere Demonstranten verletzt.

Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums wurde Verstärkung nach Bagram entsandt. Die Sicherheitskräfte brachten bis zum Nachmittag die Lage unter Kontrolle.

Auch in Kabul gingen nach Angaben eines Polizeisprechers in der Nähe mehrerer NATO-Stützpunkte rund 500 wütende Demonstranten auf die Strasse. Auch diese Proteste waren am Nachmittag beendet.

ISAF entschuldigt sich

In einer Stellungnahme entschuldigte sich der Oberkommandant der NATO-geführten Afghanistantruppe ISAF, General John Allen, bei Präsident Hamid Karsai, der Regierung und dem "edlen Volk von Afghanistan" für den Vorfall und ordnete eine umfassende Untersuchung an.

Die Soldaten hätten nicht vorsätzlich gehandelt. Nach seinen Worten wurde "eine grosse Zahl von islamischem religiösen Material, darunter Koran-Ausgaben, auf unangemessene Art entsorgt". Was genau damit gemeint ist, erklärte Allen nicht.

"Sobald wir von den Vorgängen erfuhren, griffen wir ein und stoppten sie. Die betroffenen Dokumente werden von den zuständigen religiösen Autoritäten angemessen behandelt", erklärte der US-General.

Die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roschana Chalid, erklärte, auf der US-Basis arbeitende Afghanen hätten angebrannte Koran-Exemplare von dort mitgebracht. Ein afghanischer Polizist sagte, US-Soldaten hätten in dem Lager mehrere islamische Bücher angezündet, darunter auch Koran-Ausgaben.

 

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Kabul - Am fünften Tag der Proteste ... mehr lesen
US-Soldaten hatten am Dienstag in Bagram Exemplare des Koran verbrannt.
Kabul - Die Ausschreitungen wegen der Koranverbrennung durch US-Soldaten haben in Afghanistan am Donnerstag erneut mehrere Todesopfer gefordert. Mit einer offiziellen Entschuldigung versuchte US-Präsident Barack Obama die Wogen zu glätten. mehr lesen 
ISAF-Soldaten sollen im «angemessenen» Umgang mit religiösem Material geschult werden.
Kabul - Bei Protesten gegen die Verbrennung von Koran-Ausgaben auf dem US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan sind am Mittwoch mehrere Demonstranten ums Leben gekommen. Das Innenministerium ... mehr lesen 1
Dearborn - US-Prediger Terry Jones, ... mehr lesen
Terry Jones ruft in YouTube-Videos zu Islam-Feindlichkeit auf.
Kabul - Erneut sind am Sonntag in Afghanistan Menschen aus Protest gegen eine Koran-Verbrennung in den USA auf die Strasse gegangen. In Dschalalabad, 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Kabul, demonstrierten nach Angaben des afghanischen Innenministeriums hunderte Studenten. mehr lesen 
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 22
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter «abscheulichen Bedingungen gerade so am Rande des Überlebens dahin». (Symbolbild)
Afghanische Binnenflüchtlinge vegetierten unter ...
Amnesty International berichtet  Kabul - Die Zahl der Binnenflüchtlinge hat sich wegen des Kriegs in Afghanistan in nur drei Jahren mehr als verdoppelt - auf heute 1,2 Millionen Menschen. 2013 hatten die Vereinten Nationen noch 500'000 durch den Konflikt entwurzelte Menschen verzeichnet. mehr lesen 
Oberste Rat einigt sich einstimmig  Kabul - Die afghanischen Taliban haben Mullah Haibatullah Achundsada zu ihrem neuen Chef ernannt. Darauf habe sich der Oberste Rat einstimmig geeinigt, hiess es in einer am Mittwoch in ... mehr lesen
Mullah Achtar Mansur «wahrscheinlich» eliminiert  Washington - Der afghanische Geheimdienst NDS und der Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah melden den Tod von Talibananführer Mullah Achtar Mansur. Mansur sei bei ... mehr lesen   1
Zwölf Verletzte  Kabul - Ein Selbstmordattentäter hat sich am Samstag im Süden Afghanistans mit seinem Fahrzeug in die Luft gesprengt. Bei dem Anschlag auf ein Polizei-Trainingszentrum im Bezirk Nad Ali in der Provinz Helmand riss er drei Polizisten mit in den Tod. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 2°C 7°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Basel 3°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 0°C 3°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass starker Schneeregen
Bern 1°C 6°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Luzern 1°C 7°C starker Schneeregenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Genf 4°C 11°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 7°C 14°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten