Radierungen von Goya in Winterthur

publiziert: Dienstag, 22. Mrz 2005 / 13:44 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 22. Mrz 2005 / 14:01 Uhr

Winterthur - Unter dem Titel Zwischen Traum und Albtraum zeigt das Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten in Winterthur Meisterradierungen des spanischen Künstlers Francisco José de Goya (1746-1828). Die Ausstellung dauert bis 17. November.

Francisco José de Goya war die letzten 35 Jahre seines Lebens taub.
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Goya lebte in einer Zeit epochaler Veränderungen: In die zweite Hälfte seines Lebens fielen die französische Revolution, die Zeit Napoleons, die nationalen Befreiungskriege und die Restauration. Seine Radierungen jener Jahre sind Dokumente von überragendem künstlerischem, aber auch von historischem Wert.

Aber auch eine schwere Krankheit, die 1792/93 zu vollständiger Taubheit führte, prägte sein Werk: Sie mag dazu beigetragen haben, dass der Künstler im eben begonnenen Zeitalter der Vernunft auch dem Traum und der Vision einen grossen Spielraum gewährte.

Irrationalität gegen Ratio der Aufklärung

Caprichos heisst die Folge von 80 Radierungen, die zwischen 1793 und 1799 entstanden ist. Einerseits wendet sie sich im Sinne der Aufklärung gegen die Laster der Menschen, tadelt Unwissenheit, Trägheit, Aberglauben. Anderseits kommt das Irrationale zum Zug. Mit Geistern, Ungeheuern, Kobolden, Hexen und Teufeln bricht das Fantastische ins rationale Konzept der Aufklärung ein.

Eine zweite Folge von Radierungen, die das Museum aus seiner Sammlung zeigt, heisst Desastres de la Guerra. Auch sie umfasst 80 Blätter, die zwischen 1810 und 1820 entstanden sind. Damit dokumentiert Goya den Einfall der napoleonischen Truppen in Spanien (1807-1813). Mit unbarmherziger Härte zeigt er die Schrecken des Krieges: Hunger, Folter, Verstümmelungen, Vergewaltigungen.

Abgerundet wird die Ausstellung durch 33 weitere Blätter, die Goya um 1815 radiert hat. Thema ist der Stierkampf, für den sich der Künstler begeistert interessiert hat. Die umfangreichste Gruppe dieser Folge Tauromaquia verewigt Stierkämpfer und schildert ihre Taten. Gleichzeitig zeigt sich Goya tief verbunden mit dem Schicksal des kämpfenden, leidenden und unterliegenden Stiers.

(fest/sda)

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