Feldzug begonnen
Radikale Islamisten wollen in Somalia Internet verbieten
publiziert: Donnerstag, 9. Jan 2014 / 11:16 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Jan 2014 / 11:48 Uhr
Verboten wird unter anderem der Gebrauch des Internets auf Mobiltelefonen.(Symbolbild)
Verboten wird unter anderem der Gebrauch des Internets auf Mobiltelefonen.(Symbolbild)

Radikale Islamisten haben in Somalia einen Feldzug gegen das Internet begonnen. Die berüchtigte Miliz Al-Shabaab erklärte am späten Mittwochabend, «der Gebrauch des Internets auf Mobiltelefonen und durch Glasfaser-Technologie im ganzen Land» werde «verboten».

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Wer das ignoriere, werde so behandelt, als wenn er mit dem Feind zusammenarbeite. Offenbar befürchtet die Gruppe, in dem Krisenland online ausspioniert zu werden.

Alle Firmen, die in dem Sektor tätig seien, hätten 15 Tage Zeit, ihre Dienstleistungen und Angebote einzustellen, hiess es in der im Rundfunk verbreiteten Botschaft. Der grösste Anbieter Hormuud Telecom hatte Ende 2013 angekündigt, Somalia mit südafrikanischer Hilfe an das um Afrika verlaufende Glasfaser-Seekabel anzuschliessen.

Regelmässig blutige Anschläge

Die Miliz versucht seit Jahren, in dem Land am Horn von Afrika einen Gottesstaat auf Grundlage der islamischen Rechtsprechung Scharia einzuführen. Sie beherrscht vor allem Teile im Süden und im Zentrum des Landes und verübt regelmässig blutige Anschläge in der Hauptstadt Mogadischu.

Zur Rekrutierung neuer Kämpfer und zur Verbreitung von Bekennerschreiben hat die Gruppe bisher selbst regelmässig Internetdienste genutzt.

(ig/sda)

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