Rechtspopulist Geert Wilders muss doch vor Gericht

publiziert: Mittwoch, 21. Jan 2009 / 23:10 Uhr

Den Haag - Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders muss wegen seines umstrittenen islamfeindlichen Films «Fitna» nun doch vor Gericht. Wilders wird Anstiftung zu Hass und Diskriminierung vorgeworfen.

Geert Wilders hatte seinen Film «Fitna» im vergangenen Jahr ins Internet gestellt.
Geert Wilders hatte seinen Film «Fitna» im vergangenen Jahr ins Internet gestellt.
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Ein Berufungsgericht in Amsterdam beauftragte die Staatsanwaltschaft damit, entsprechende Vorbereitungen zu treffen. Nach Auffassung der Richter steht fest, dass sich Muslime durch Wilders' Vergleichen des Islam mit der Nazi-Ideologie beleidigt fühlen, wie das Gericht mitteilte.

Die von Wilders im Film dargestellten umstrittenen Ansichten verstiessen in Form und Inhalt gegen niederländisches Recht. Der 45-jährige Wilders, Gründer der Partei der Freiheit (PVV), hatte im März vergangenen Jahres seinen Film «Fitna» (Arabisch für «Zwietracht») ins Internet gestellt.

Dutzende Klagen

Mit dem 17-minütigen Streifen wollte Wilders den nach seiner Auffassung «faschistischen» Charakter des Koran darstellen, er vergleicht die heilige Schrift der Muslime mit Hitlers «Mein Kampf». In dem Film kombiniert Wilders Bilder von Opfern terroristischer Anschläge mit Koranversen.

Auch die umstrittene dänische Mohammed-Karikatur, die den Propheten mit einer Bombe anstelle des Turbans zeigt, sowie die Anschläge auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 sind in dem Film zu sehen. «Stoppt die Islamisierung. Verteidigt unsere Freiheit», heisst es am Ende.

Gegen «Fitna» waren dutzende Klagen eingegangen. Ende Juni 2008 entschied die niederländische Justiz aber zunächst, dass weder der Inhalt des Films noch Wilders' öffentliche Äusserungen dazu eine Strafverfolgung rechtfertigten. Die Kläger gingen gegen diese Entscheidung in Berufung.

(bert/sda)

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