Respektloser Empfang der Schweizer Nati in Istanbul

publiziert: Montag, 14. Nov 2005 / 18:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Nov 2005 / 20:10 Uhr

Das Schweizer Nationalteam erfuhr bei der Landung im regnerischen Istanbul, was es am Mittwoch im Rückspiel der WM-Barrage erwartet.

Hunderte türkischer Anhänger erwarteten die Schweizer und deckten sie mit Beschimpfungen ein.
Hunderte türkischer Anhänger erwarteten die Schweizer und deckten sie mit Beschimpfungen ein.
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Hunderte türkischer Anhänger erwarteten die Schweizer am Nachmittag und deckten sie mit Beschimpfungen ein.

Die Passkontrolle der Spieler wurde bewusst deutlich hinausgezögert. Ein Training am Abend lag dann auch wegen dem anschliessenden Verkehrschaos zeitlich nicht mehr drin.

Schon kurz nach der Landung des Charterflugs auf dem Atatürk-Flughafen war auf einem Spruchband «Willkommen in der Hölle» zu lesen. Es war der unfreundliche Auftakt zu einem langwierigen Gang durch den Flughafen.

An der Passkontrolle mussten sich die Nationalspieler in die normale Kolonne stellen und rund anderthalb Stunden gedulden, bis ihnen Einlass in die Türkei gewährt wurde. Anschliessend dauerte es abermals knapp eine Stunde bis das Gepäck ausgeliefert wurde.

Schweizer wurden ausgebuht

Nicht nur der Gang durch die Passkontrolle erwies sich als erster Vorbote der unfreundlichen Stimmung. Schon beim Aussteigen aus dem Flugzeug wurden die Schweizer erstmals ausgebuht; Philippe Senderos und Raphael Wicky wurden wiederholt weggeschickt, als sie auf einem Gepäcktrolley sitzend aufs Gepäck warteten. Ein Türke stürmte derweil aufs Gepäckband und inszenierte sich selbst. Erst nach einigen Augenblicken wurde er vom Flughafenpersonal wieder heruntergeholt.

Gar nichts mehr von der von Fatih Terim angekündigten Gastfreundschaft war schliesslich im frei zugänglichen Raum des Flughafens zu spüren.

Hunderte türkische Anhänger bereiteten der Nationalmannschaft mit Flaggen und Plakaten, auf denen primitivste Anfeindungen zu lesen waren, den erwartet unfreundlichen Empfang. Es war wohl der erste Vorgeschmack dessen, was die Schweiz am Mittwoch im Sükrü Saraçoglu erwarten wird.

Mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen

Gestört wurde die Vorbereitung der Schweiz aufs Rückspiel jedoch nur marginal. Die für Montagabend geplant gewesene Trainingseinheit wurde wegen den Verzögerungen am Flughafen und dem anschliessenden Verkehrschaos annulliert.

Mit stoischer Ruhe liessen die Schweizer die Störmanöver über sich ergehen. «Vor elf Jahren war es genau gleich», erzählte Pascal Zuberbühler. Damals siegte die Schweiz auf dem Weg zur Qualifikation für die EM 1996 in England in der Türkei 2:1.

«Im Stadion darf nichts mehr passieren»

Die FIFA hat die wüsten Szenen bei der Ankunft des Schweizer Nationalteams in Istanbul registriert. Eine Eskalation sei am Mittwoch im Rückspiel der WM-Barrage gleichwohl nicht zu befürchten, glaubt der Sicherheits-Direkt Walter Gagg, platzierte aber eine Warnung.

Grundsätzlich ist für die Sicherheit der Schweizer Spieler in der türkischen Metropole der Nationalverband verantwortlich. «Er muss dafür sorgen, dass das Spiel einwandfrei und korrekt über die Bühne geht», erklärte Gagg auf Anfrage.

Erste Priorität habe die korrekte Behandlung des Gasts. Die gravierenden Vorfälle in der U21-Barrage vor zwei Jahren gegen Deutschland sollten sich nicht wiederholen. «Ansonsten wird der türkische Verband zur Rechenschaft gezogen.»

Türkische Fans als temperamentvoll bekannt

Gagg mochte die von türkischen Medien aufgeputschte Stimmung bewusst nicht dramatisieren. Es werde einiges los sein in Istanbul, türkische Anhänger seien ja als temperamentvoll bekannt.

Das übliche Aufgebot an neutralen FIFA-Beobachtern ist trotz der in jeglicher Beziehung brisanten Ausgangslage nicht erhöht worden. Im Fenerbahce-Stadion werden der Engländer Alan Hutchings als Sicherheits-Offizier und der polnische Verbandspräsident Michal Listkiewicz in der Rolle des hauptverantwortlichen Match-Kommissärs die angespannte Situation beobachten.

«Wir haben zwei sehr erfahrene Leute nach Istanbul geschickt. Sie werden den Job problemlos erfüllen können, da bin ich mir ganz sicher», zweifelte der Spezialist für Sicherheitsfragen nicht und schob nach, «dass die letzten Spiele in der Türkei problemlos verlaufen sind.»

Schweizer Verband wird Beschwerde deponieren

Der skandalöse und respektlose Empfang der Schweizer Delegation am ungenügend abgesicherten Flughafen ist aber auch ihm nicht entgangen: «Ich erwarte einen Rapport. Wir werden mit unseren Leuten vor Ort nochmals Kontakt aufnehmen. Aber die Türken wissen natürlich, dass im Stadion nichts mehr passieren darf.» Gemäss einem Bericht in der Tagesschau des Schweizer Fernsehens wird der Schweizer Verband beim Weltverband wegen der unsäglichen Schikanen bei der Einreise eine Beschwerde deponieren. Dahingehend äusserte sich gegenüber SF DRS SFV-Generalsekretär Peter Gilliéron.

(smw/Si)

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