Rigamonti einzige Schweizer Medaillenkandidatin

publiziert: Freitag, 30. Jul 2004 / 23:17 Uhr

Im Vergleich mit Michael Phelps, Ian Thorpe und Franziska van Almsick sind die Schweizer im Athener 50-m-Freiluftbecken kleine Fische. Unter den 13 Olympia-Teilnehmern von Swiss Swimming werden einzig Flavia Rigamonti Medaillenchancen eingeräumt.

Rigamonti bestritt seit der EM 2002 auf der Langbahn keinen grossen Wettkampf mehr.
Rigamonti bestritt seit der EM 2002 auf der Langbahn keinen grossen Wettkampf mehr.
Vor zwei Dekaden gewann Etienne Dagon in Los Angeles als Dritter über 200 m Brust die bisher einzige Medaille. Sonst bedeuteten olympische Diplome das höchste der Gefühle. Vor vier Jahren verpasste Flavia Rigamonti in Sydney über 800 m Crawl die Bronzemedaille nur um rund anderthalb Sekunden.

Heuer will es Rigamonti besser machen. Die 23-jährige Tessinerin brach im vergangenen Jahr ihr Studium in den USA ab und lebt und trainiert seit Januar in Neapel. Über den Formstand Rigamontis, die seit der EM 2002 in Berlin auf der Langbahn keinen grossen Wettkampf mehr bestritt, ist nur wenig bekannt. Unter der Aufsicht ihres Lebenspartners Nicola Agosti und ihres Trainers Lello Avagnano hat die Olympia-Vierte in den vergangenen Monaten indes hart und zielgerichtet trainiert.

Remo Lütolf (24), das zweite Schweizer Aushängeschild, schwamm in Sydney über 100 m Brust (überraschend) im Olympia-Final mit und wurde Achter. Für ein vergleichbares Abschneiden muss der St. Galler Rheintaler seinen seither gültigen Schweizer Rekord (1:01,81) in Griechenland mit Sicherheit unterbieten.

Karel Novy (50 und 100 m Crawl), Dominik Meichtry (200 m Crawl) und Yves Platel (400 m Lagen) qualifizierten sich ebenfalls über die Einzellimite für Athen. Von ihnen dürfen Schweizer Rekorde und Halbfinal-Qualifikationen erwartet werden.

Im Übrigen sind drei Frauen-Staffeln dabei, die sich in Barcelona einen Quotenplatz gesichert hatten. Das grösste Potenzial wird dem 200-m-Crawl-Quartett mit Chantal Strasser, Nicole Zahnd, Hanna Miluska und Rigamonti bescheinigt. Erstere drei schwammen im Swiss Open in Kriens, dem letzten Wettkampfeinsatz vor den Spielen, aus dem Training heraus gute Zeiten. Sich für den Final der besten acht von 16 Staffeln zu quzalifizieren, wäre als Erfolg zu werten.

Weltrekorde en masse?

An den amerikanischen Ausscheidungen in Long Beach, Kalifornien, sorgten Michael Phelps und Co. für ein halbes Dutzend Weltrekorde. Weitere dürften im Olympic Aquatic Centre, das im Gegensatz zum ursprünglichen Plan nicht überdacht wurde, folgen. Bei den Männern, bei denen keine Bestmarke länger als seit August 1999 Bestand hat, ganz allgemein und bei den Frauen in den Stilarten Brust und Delfin scheinen die Grenzen noch nicht erreicht.

Im Vorfeld der Spiele wurde vor allem Phelps´ Absicht, mit sieben Olympiasiegen in die Geschichte einzugehen, thematisiert. Der 19-Jährige aus Baltimore würde damit den Rekord seines Landsmanns Mark Spitz von 1972 in München egalisieren. Phelps bestreitet in Athen fünf Einzelrennen (200 m Crawl, 100 und 200 m Delfin, 200 und 400 m Lagen); ob der ungemein vielseitige Teenager für alle drei Staffeln nominiert wird, ist noch nicht sicher.

Auf den Lagen-Strecken und über 200 m Delfin scheint Phelps unantastbar. Harte Konkurrenz wird ihm jedoch durch zwei Weltrekordler erwachsen, durch Ian Crocker (USA) im Delfin-Sprint und Ian Thorpe über 200 m Crawl. Neben dem 21-jährigen Australier gilt es in diesem Rennen auch Grant Hackett (Au) sowie Titelverteidiger Pieter van den Hoogenband zu beachten.

Über die langen Crawl-Distanzen ab 400 m sind Thorpe, der dreifache Olympiasieger von Sydney, und Hackett (über 1500 m) klar zu favorisieren. In den Crawl-Sprints gehört der Wahlschweizer Alexander Popow, der in Barcelona und Atlanta jeweils Doppel-Olympiasieger über 50 und 100 m wurde, vor allem nach seinen beiden Weltmeistertiteln im Vorjahr wieder zu den ersten Sieganwärtern. Über 100 und 200 m Brust hat sich der Amerikaner Brendan Hansen an den US-Trials Anfang Juli mit zwei Weltrekorden in die Favoritenrolle gebracht.

Erstes Olympia-Gold für Franzi?

Bei den Frauen strebt Franziska van Almsick, die wie Popow bereits zum vierten Mal an Olympischen Spielen teilnimmt, zum Karrierenende ihre erste Goldmedaille an. Die 26-jährige Berlinerin besitzt über 200 m Crawl, ihrer Weltrekord-Strecke, die besten Chancen.

Nach diskreten Leistungen in den vergangenen Monaten wird sich in Athen auch Inge de Bruijn wieder in bester Verfassung präsentieren. Die 31-jährige Holländerin aus Eindhoven ist dreifache Titelverteidigerin (50 und 100 m Crawl, 100 m Delfin). Sie muss sich in einem Generationenduell der um zwölf Jahre jüngeren Australierin Lisbeth Lenton erwehren.

(von Valentin Oetterli/Si)

 
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