Rita Roos - ein politischer «Shooting-Star» wird abgeschossen

Rita Roos: Von der Fast-Bundesrätin ins politische Aus

publiziert: Montag, 13. Mrz 2000 / 14:27 Uhr

St. Gallen - Sie war die Erste: Erste St. Galler Regierungsrätin - zusammen mit Kathrin Hilber (SP) - und erste Frau Landammann. Dann Zweite: Konkurrentin Ruth Metzler gewann die Bundesratswahl. Nun ist Rita Roos aus der Regierung abgewählt worden.

Porträt von Reto Pfändler, sda

Langsam zuerst, dann scheinbar unaufhaltsam, entwickelte sich die politische Karriere der Toggenburger Rechtsanwältin Rita Roos. Von lokalen Politgremien stieg sie ins kantonale Parlament auf, wurde in die Regierung gewählt und wäre beinahe Bundesrätin geworden.

Der Aufstieg
Die politische Karriere von Rita Roos begann 1984 in der CVP- Ortspartei an ihrem Wohnort Lichtensteig. Schnell folgten Vorstandstätigkeiten und die Gründung des CVP-Frauenforums Toggenburg. Dann stieg sie in kantonale Parteigremien ein.
1988 wurde sie ins kantonale Parlament gewählt, dem sie bis zu ihrer Wahl in die Regierung vor vier Jahren angehörte. Ab 1989 gehörte sie der Rechtspflegekommission an, die sie 1991 und 1996 präsidierte.
Zusammen mit Kathrin Hilber von der SP war Rita Roos die erste Frau, die den Sprung in die St. Galler Exekutive schaffte. 1998 und 1999 war sie die erste Frau Landammann des Kantons.

Auf der Kippe
Im vergangenen Jahr sah es so aus, als ob die politische Karriere von Rita Roos noch höher hinauf führte: Die christlichsoziale St. Gallerin kandidierte für den Bundesrat. Als Favoritin zog sie gegen Ruth Metzler in die Wahl. In einem Fotofinish musste sich Roos geschlagen geben. Eine einzige Stimme fehlte zur Wahl. Ein paar Monate nach der Nichtwahl in den Bundesrat setzten die Angriffe gegen die Volkswirtschaftsdirektorin ein.

Der Niedergang
Roos hatte eine private Rechnung von 1600 Franken aus dem Bundesratswahlkampf mit Steuergeldern bezahlen lassen. Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet sie auch wegen der vielen personellen Wechsel in ihrem Departement. Gleich zu Beginn ihrer Regierungstätigkeit trennte sich Roos vom langjährigen Generalsekretär des Departements, Bruno Rickenbacher.
Im vergangenen Sommer kam es zu einem Eklat in ihrem Departement: Sie entliess den Leiter des Rechtsdiensts. Dieser wehrte sich mit einem Rekurs. Bis im Januar zog sich der Streit hin, bis beide Parteien eine Vereinbarung abschliessen konnten.

Die Niederlage
In den Wochen vor der Wahl wurde eine eigentliche Schlammschlacht gestartet. In Inseraten im «St. Galler Tagblatt» wurden Roos selber und ihre Amtstätigkeit massiv angegriffen. Hinter den Angriffen stand ein pensionierter Rechtsanwalt und ehemaliges CVP-Mitglied, das dann mit der SVP sympathisierte.
Die Konsequenz: Roos erlitt bei den Wahlen ein Debakel. Sie erhielt am wenigsten Stimmen aller Kandidierenden. Die Zahlen machen deutlich, dass sie auch vom CVP-Wahlvolk im Stich gelassen worden ist.
Der letzte Akt folgte am Montag: Vor den Medien gab eine gezeichnete Rita Roos ihren Verzicht auf eine nochmalige Kandidatur bekannt.

(sda)

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