Roger Federer jagt US-Open-Titel Nummer 6
publiziert: Samstag, 29. Aug 2009 / 16:40 Uhr

Roger Federer schickt sich an, den wohl besten Sommer seines Lebens zu krönen: Der Weltrangisten-Erste und Jungvater jagt ab Montag in New York seinen sechsten US-Open-Titel in Serie und die 16. Major-Trophäe insgesamt.

Roger Federer schickt sich an, den wohl besten Sommer seines Lebens zu krönen.
Roger Federer schickt sich an, den wohl besten Sommer seines Lebens zu krönen.
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Ein Sprichwort besagt, dass es jemand, der es in New York geschafft hat, überall schafft. Für Roger Federer hat der «Big Apple» in jedem Fall eine ganz besondere Bedeutung: Bei seinen ersten vier Auftritten im Stadtteil Queens kam er auf eine vergleichsweise bescheidene 11:4-Bilanz, seit seiner Achtelfinal-Niederlage 2003 gegen David Nalbandian hat er aber sämtliche 34 Matches gewonnen.

Aus dem einstigen vermeintlichen «Underperformer» ist damit auch in den USA der Superstar schlechthin geworden, der sich im sonst so patriotisch eingestellten Land den Superstarstatus redlich verdient hat. Federer spielt in den kommenden zwei Wochen auch darum, als erster Crack seit Bill Tilden (1920 bis 25) die offenen amerikanischen Meisterschaften sechsmal in Serie zu gewinnen.

Kaum jemand zweifelt daran, dass Federer auch am übernächsten Wochenende noch dabei ist, wenn wie immer und auf Druck der US-Fernsehstationen am Samstag und Sonntag die besten Vier den Champion ermitteln. Einerseits hat der Baselbieter in 16 der letzten 17 Majors das Endspiel erreicht, andererseits ist er der derzeit heisseste Spieler auf der Tour und möchte nur zu gerne zum vierten Mal nach 2004, 2006 und 2007 ein Jahr mit drei Major-Trophäen beenden.

Nach einem für seine Verhältnisse mässigen Saisonstart -- nur eine Finalqualifikation in sechs Turnieren -- hat er im ganz grossen Stil zurückgeschlagen. Seither hat er die Titel in Madrid, Roland Garros, Wimbledon und Cincinnati geholt, in 27 Partien nur einmal verloren und dies erst noch auf ärgerliche Weise, nach äusserst klarem Vorsprung gegen Jo-Wilfried Tsonga in Montreal. Und last aber definitely not least ist er ja auch Vater von weiblichen eineiigen Zwillingen geworden.

Ein Collegemeister und viele «Federer-Geschädigte»

Aufgrund der Auslosung sollte es kein vorzeitiges Ende des grossartigen Sommermärchens geben. In der Startrunde trifft Federer auf den Wildcard-Spieler Devin Britton, der selbst Insidern kein Begriff ist. Der 18-Jährige stammt aus Mississippi, ist gross gewachsen (1,93 m) und hat trotz seines Rankings von 1364 heuer einen grossen Erfolg gefeiert.

Er gewann gleich im ersten Jahr die NCAA-Meisterschaft, die höchste College-Liga; ein Kunststück, das bisher nur zwei weiteren Spielern vergönnt war, unter anderem John McEnroe. Britton, der bei Nick Bollettieri trainiert und erst auf den 1. Juli zu den Profis gewechselt hat, befand sich an derselben Schule wie vor 15 Jahren die ehemalige Schweizer Top-Spielerin Valérie Sprenger.

Zweitrundengegner wäre wohl Simon Greul (ATP 64), ehe Lleyton Hewitt (Au/31) Federer vielleicht erstmals fordern könnte. Allerdings spricht der persönliche Vergleich deutlich gegen den Australier. Federer hat seinen einstigen Angstgegner 13 Mal in Serie bezwungen.

Ebenso erdrückend ist die Bilanz auch gegen seine wahrscheinlich nächsten Gegner: Gegen die möglichen Achtelfinalgegner steht es 9:1 (James Blake), respektive 8:0 (Tommy Robredo) und auch die designierten Viertelfinal-Widersacher Robin Söderling und Nikolai Dawydenko haben mit 0:11, respektive 0:12 kaum Grund zu Optimismus. Erst im Halbfinal gegen Novak Djokovic oder in der Wimbledon-Finalreprise gegen Andy Roddick wäre die Ausgangslage dann ausgeglichener.

Federer muss mindestens die Achtelfinals erreichen

Falls Federer mindestens die Achtelfinals erreicht, bleibt er auch nach Flushing Meadows die Nummer 1, ansonsten könnte ihn Andy Murray ablösen. Der Schotte, der heuer auf Hartplätzen eine beeindruckende 34:3-Bilanz aufweist, ist aufgrund der Konstanz in den letzten Monaten der Herausforderer Nummer 1. In New York erreichte er im Vorjahr sein erstes grosses Endspiel, und auf dem schnellen Boden traut er sich den grossen Wurf selber auch zu.

Murrays designierter Halbfinalgegner wäre Rafael Nadal, der nach fast drei Monaten auf die Grand-Slam-Bühne zurückkehrt und im Spiel der unterschiedlich gelagerten Comebacks auf Richard Gasquet trifft. Nadal könnte den Karrieren-Grand-Slam vollenden, ob er aber ausgerechnet mit mangelnder Matchpraxis erstmals weiter kommt als bis in die Halbfinals, scheint fraglich.

Stanislas Wawrinka kann sich über das Startlos Nicolas Lapentti (Eku, ATP 163) nicht beklagen. Falls der Romand aber sein Vorjahres-Resultat wiederholen will, muss er in Runde 3 gegen Marin Cilic einen kleinen Coup landen, ehe es dann wohl zur Reprise des Duells mit Murray käme. Vor einem Jahr siegte der Schotte klar, unlängst fehlte in Wimbledon nur wenig und Wawrinka hätte ein Königreich in kollektive Trauer versetzt.

Russland gegen Williams-Schwestern

Klar im Schatten steht -- trotz gleichen Preisgelds -- einmal mehr das Frauenturnier, in dem es aufgrund der Auslosung nicht zum US-Traumfinal der Williams-Schwestern kommen kann. Venus und Serena sind erste Anwärterinnen auf den Endspielplatz in der unteren Hälfte, im oberen Teil wird vornehmlich russisch gesprochen. Neben Jelena Jankovic (Ser/5) streiten sich Dinara Safina (1), Jelena Dementjewa (4), Maria Scharapowa (29) und Swetlana Kusnezowa (6) um den Platz an der Sonne.

Ebenfalls im «russischen Teil» befindet sich Patty Schnyder in ihrem vielleicht letzten Grand-Slam-Turnier. Die Baselbieterin, die vor elf Jahren in New York Steffi Graf besiegt hat, startet gegen Lucie Safarova (WTA 47) und darf sich bei gutem Start durchaus Chancen ausrechnen, noch einmal die zweite Woche zu erreichen. Auch Timea Bacsinszky (gegen eine Qualifierin) und Stefanie Vögele (Alberta Brianti) könnten zumindest einen Starterfolg landen.

(Marco Keller/Si)

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