Rothemden stürmen Parlament in Bangkok

publiziert: Mittwoch, 7. Apr 2010 / 10:01 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 7. Apr 2010 / 19:39 Uhr

Bangkok - In Thailand ist der Konflikt zwischen Regierung und Opposition eskaliert: Hunderte Demonstranten stürmten das Parlamentsgelände in Bangkok, worauf Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva den Notstand über die Hauptstadt verhängte. Die Armee hält sich zurück.

Demonstranten in Thailand dringen auf Parlamentsgelände vor.
Demonstranten in Thailand dringen auf Parlamentsgelände vor.
10 Meldungen im Zusammenhang

Armeechef Anupong Paojinda soll sich gar geweigert haben, gegen die Demonstranten vorzugehen. Die Armee könne nicht auf wehrlose Menschen losgehen, sagte er. Auch sein Oberbefehlshaber Songkitti Chakkabart zeigte sich zuversichtlich, «dass der politische Konflikt positiv gelöst werden kann».

Lage zugespitzt

Nach den wochenlangen Protesten gegen die Regierung hatte sich die Lage in Bangkok allerdings dramatisch zugespitzt: Regierungsgegner warfen der Polizei vor, Rauchbomben in die Menge vor dem Parlamentsgebäude gefeuert zu haben. Die Demonstranten drangen daraufhin ins Parlament ein, um Rechenschaft zu verlangen.

Minister und Abgeordnete hatten jedoch bereits mit dem Helikopter oder zu Fuss das Weite gesucht. Als die Demonstranten dies feststellten, zogen sie wieder ab. Dabei schwenkten sie Gewehre und Tränengasgranaten, die sie nach eigener Aussage den geflüchteten Militärpolizisten abgenommen hatten.

Notstand verhängt

Nach dieser bisher spektakulärsten Aktion der Regierungsgegner seit Beginn der Proteste am 12. März verhängte Ministerpräsident Abhisit den Notstand. «Es gibt eine Gruppe in diesem Land, die Chaos anrichten will und falsche Informationen verbreitet», sagte er. «Es ist deshalb notwendig, dass die Regierung die Normalität wieder herstellt.»

Ministerpräsident Abhisit seinerseits war unter Zugzwang geraten, weil ihm Nachgiebigkeit vorgeworfen wurde und sich Geschäftsleute über Einnahmeausfälle beschwerten. Diese dürfte in die Millionen gehen, da die UDD nun schon seit Wochen mit Zehntausenden Anhängern in Bangkok demonstriert. Die meisten von ihnen kommen aus dem Lager von Thaksin Shinawatra.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bangkok - Thaliands Regierung ist ... mehr lesen
Thaksin-Anhänger in Bangkok.
Bangkok - In Thailand hat sich die Konfrontation zwischen Regierung und Rothemden zugespitzt. Dabei triumphierte die Opposition im Streit um den Fernsehsender «Volkskanal», den die ... mehr lesen
Bangkok - In Thailand haben Regierungsgegner die wichtigste ... mehr lesen 1
Laut Abhisit Vejjajiva soll bei einer allfälligen Räumung Gewalt vermieden werden. (Archivbild)
Bangkok - Drei Wochen nach ... mehr lesen
Bangkok - Wenige Tage nach den ... mehr lesen
Thaksin-Anhänger in Bangkok.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Gespräche mit Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva seien beendet worden.
Bangkok - Die Opposition in Thailand ... mehr lesen
Bangkok - Nach wochenlangen Massenprotesten gegen die Regierung in Thailand hat Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva erstmals Gespräche mit den Demonstranten geführt. Dabei bekräftigten die «Rothemden» des Oppositionsbündnisses UDD ihre Forderung nach Neuwahlen. mehr lesen 
Bangkok - In der thailändischen ... mehr lesen
Die Demonstranten verschütten erneut Blut in Bangkok.
Bangkok - Die in Bangkok demonstrierenden Regierungsgegner haben mit einer Massen-Blutabnahme begonnen. Die Anführer wollen Hunderte Liter vor dem Regierungssitz ausschütten, um die thailändische Regierung zum Rücktritt zu zwingen. mehr lesen 
Das Militär in Thailand zog Tausende Soldaten zur Verstärkung zusammen. (Archivbild)
Bern - Tausende Regierungsgegner haben in Bangkok mit der Belagerung des Armeestützpunkts begonnen, in den die Regierung sich zurückgezogen hat. Das Militär zog dort Tausende Soldaten zur ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der Schweizer Journalist Peter Achten.
Der Schweizer Journalist Peter Achten.
Als Peter Achten am 26. März verstorben ist, ging einer der grossen Journalisten der Schweiz von uns. Ein Journalist, der, als news.ch noch aktiv publizierte, auch sechs Jahre für VADIAN.NET tägig war und zwischen 2010 und 2016 gute 300 Kolumnen über China, Vietnam, Birma und Asien im Allgemeinen für uns verfasst hat. mehr lesen 
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen  1
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte gedacht. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Do Fr
Zürich 15°C 26°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Basel 16°C 26°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
St. Gallen 15°C 23°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Bern 14°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Luzern 15°C 25°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
Genf 16°C 27°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 20°C 27°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten