Ruander wählen Präsidenten - Kagame Favorit

publiziert: Montag, 9. Aug 2010 / 15:59 Uhr / aktualisiert: Montag, 9. Aug 2010 / 17:03 Uhr

Nairobi/Kigali - Zum zweiten Mal seit dem Völkermord von 1994 hat Ruanda einen Präsidenten gewählt. Bei dem Urnengang am Montag wurde ein klarer Sieg des seit 16 Jahren regierenden Staatschefs Paul Kagame erwartet.

Paul Kagame.
Paul Kagame.
5 Meldungen im Zusammenhang
Seit dem frühen Morgen strömten die Menschen zu den rund 15'500 Wahllokalen in dem kleinen zentralafrikanischen Land. Insgesamt waren etwa 5,2 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Wahlergebnis soll binnen fünf Tagen vorliegen.

Mehr als 200 internationale Beobachter, vorwiegend aus der Afrikanischen Union und den Commonwealth-Staaten, überwachten den Urnengang. Der Leiter der Nationalen Wahlkommission, Charles Munyaneza, sagte, die Wahl sei im ganzen Land «auf zufriedenstellende Weise» verlaufen.

Partei lädt schon zur Siegesfeier

Kagame steckte seinen Stimmzettel am Mittag in einer Grundschule nahe des Präsidentenpalastes in Kigali in die Urne. «Das ist ein sehr wichtiger Moment für die Bevölkerung und für Ruanda», sagte der 52-jährige Politiker. Zugleich wies er internationale Kritik an seinem Umgang mit der Opposition zurück.

«Die Wahl verläuft sehr demokratisch» sagte er. «Die Resultate werden für sich selbst sprechen.» Seine Partei, die Ruandische Patriotische Front (FPR), lud bereits zu einer Siegesfeier im grossen Stadion der Hauptstadt ein.

Völkermord beendet

Mit seiner früheren Rebellenbewegung FPR hatte Kagame 1994 den Völkermord in Ruanda beendet, bei dem Hutu-Milizen binnen weniger Wochen nach UNO-Schätzungen bis zu einer Million Angehörige der Tutsi-Minderheit sowie politisch gemässigte Hutu umbrachten.

2003 war Kagame mit einem Stimmenanteil von 95 Prozent im Amt bestätigt worden. Seine Ruandische Patriotische Front (RPF) hat auch im Parlament eine klare Mehrheit.

Dieses Mal traten drei Kandidaten gegen Kagame an, die den Präsidenten beim letzten Urnengang noch unterstützt hatten. Teile der Opposition kritisierten die Wahl als «Farce»: Zwei von drei Oppositionsparteien wurden nicht zugelassen. Die Hutu-Oppositionspolitikerin Victoire Ingabire steht wegen des Vorwurfs, den Völkermord zu leugnen, unter Hausarrest.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Nairobi/Kigali - Die ruandischen Sicherheitsbehörden haben die Oppositionsführerin Victoire Ingabire unter dem Verdacht «subversiver Tätigkeiten» festgenommen. Die 42-Jährige hatte im August an den Präsidentenwahlen teilnehmen wollen, wurde aber nicht zur Wahl zugelassen. mehr lesen 
Kigali - Der Sieg von Staatschef ... mehr lesen
Kagame vereinte laut Wahlkommission mehr als 4,6 Millionen Stimmen und damit 93,08 Prozent auf sich.
Kagame bleibt ruandischer Präsident.
Kigali - In Ruanda hat Amtsinhaber Paul Kagame die Präsidentenwahl nach Angaben der Wahlkommission mit 93 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Kagame habe mehr als 4,6 Millionen Stimmen und ... mehr lesen
Kigali - Ruandas Staatschef Paul Kagame hat die Präsidentschaftswahl offenbar wie erwartet mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Gemäss ersten Teilergebnissen habe Kagame mit 92,9 Prozent der Stimmen für sich entschieden, teilte die Wahlkommission am Dienstagmorgen mit. mehr lesen 
Arusha - Sechzehn Jahre nach dem ... mehr lesen
Das Tribunal fordert die Höchststrafe für den Ruander wegen Völkermordes.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Der erste Wahlgang soll annuliert werden.
Untersuchungskommission empfiehlt Neuwahlen  Port-au-Prince - Angesichts Haitis anhaltender Wahlkrise hat eine unabhängige Untersuchungskommission Neuwahlen für das Präsidentenamt empfohlen. Der Leiter der Kommission, François Benoit, riet am Montag zur Annullierung des ersten Wahlgangs der Präsidentenwahl. mehr lesen 
Befürworter holen auf  London - Die Gegner eines Verbleibs Grossbritanniens in der EU holen einer neue Umfrage zufolge auf. In einer am Montag vorab verbreiteten ... mehr lesen  
Noch 51 Prozent befürworten einen Verbleib in der EU.
US-Wahlen  Washington - Der US-Republikaner Marco Rubio will nicht als Vize-Präsidentschaftskandidat ... mehr lesen  
Mit 55,8 Prozent der Stimmen  Orlando - Im US-Wahlkampf hat die libertäre Partei den ehemaligen Gouverneur Gary Johnson zu ihrem Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gekürt. Der 63-Jährige erhielt beim Parteitag am ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 12°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
Basel 14°C 30°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
St. Gallen 15°C 28°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Bern 13°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen recht sonnig
Luzern 15°C 30°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft recht sonnig
Genf 16°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 18°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten