Rumsfeld: Wir kämpfen gegen Terroristen, nicht gegen Guerilleros
publiziert: Mittwoch, 2. Jul 2003 / 09:08 Uhr

Washington - Das Wort vom "Guerillakrieg" will die US-Regierung nicht hören, wenn es um die Beschreibung der Lage in Irak geht. Trotz den Dementis sehen sich die US-Militärs zunehmend in Scharmützel mit Irakern verwickelt, von denen unklar ist, ob es sich nun um ehemalige Saddamanhänger hält oder nicht.

Donald Rumsfeld erklärt, weshalb die Situation in Irak nichts mit einem Guerilla zu tun hat.
Donald Rumsfeld erklärt, weshalb die Situation in Irak nichts mit einem Guerilla zu tun hat.
Der Begriff "Guerillakrieg" so etwa Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sei "ein Missverständnis und sende eine falsche Botschaft".

Die Angriffe auf die US-Soldaten möchte er statt "Guerilleros" lieber "Terroristen" zuschreiben. Die Sprachregelung entspringt einem Trauma: Der Begriff "Guerillakrieg" ist im Pentagon extrem negativ besetzt, da es Erinnerungen an den Vietnamkrieg weckt.

Doch auch wenn Rumsfeld das Wort aus der Debatte verbannen will - nach allen einschlägigen Definitionen entspricht der derzeitige Widerstand gegen die Besatzungstruppen durchaus einem "Guerillakrieg" oder kommt diesem zumindest nahe.

Definitionsproblem

So beschreibt etwa die Internetseite www.encyclopedia.com den "Guerillakrieg" als den "Kampf irregulärer Truppen (Guerillas) in Gebieten, die vom Feind besetzt sind".

Der Guerillakrieg ist typischerweise die Kriegsführung des Schwachen gegen einen an Truppenstärke und Waffen überlegenen Gegner.

Die Guerilleros führen ihre Angriffe in der Regel in gezielten Einzelaktionen aus dem Hinterhalt. Ihre Absicht ist es, den Gegner allmählich zu demoralisieren.

Vietkong als Gespenst

In den USA ist diese Zermürbungstaktik aus dem erfolgreichen Widerstand der Vietkong noch lebendig in Erinnerung. Mit derselben Vehemenz wie gegen das Wort vom "Guerillakrieg" zieht Rumsfeld denn auch gegen den Begriff "quagmire" (zu Deutsch: "Sumpf" oder "Morast") zu Felde.

Auch dieses Wort weckt Assoziationen an das Vietnam-Debakel und wird inzwischen von vielen Kommentatoren auf die Lage in Irak übertragen. Irak sei aber nicht Vietnam, beteuert der Pentagonchef: "Es ist eine andere Zeit, es ist eine andere Ära, es ist ein anderer Ort."

Aus Widerstand Terror machen

Mit ihrer Sprachregelung will die US-Regierung dem Widerstand gegen die Besatzungstruppen zugleich jeden Anflug von Legitimität nehmen.

Rumsfeld sprach davon, dass die Angriffe von verschiedenen Gruppen geführt würden: von "Plünderern" und "Kriminellen" sowie von Mitgliedern des früheren Machtapparats Saddam Husseins, aus dem Ausland eingereisten "Terroristen" und schiitischen Kräften mit iranischer Unterstützung.

All diese Gruppen gehen nach seinen Worten nicht im Stil einer Guerilla vor, sondern "viel mehr wie Terroristen".

Im Völkerrecht sind jedoch die Begriffe "Guerillero" und "Terrorist" nicht klar abgegrenzt. Klar ist jedoch, dass der Guerillakampf unter bestimmten Umständen durchaus völkerrechtlich legal sein kann.

Illegal werde der Guerillakrieg erst dann, wenn er gegen die Regeln des internationalen Völkersrechts verstosse, also etwa gezielt die Zivilbevölkerung treffe und unproportionale Gewalt anwende, betont Anthony Arend, Völkerrechtler an der Georgetown University in Washington.

Der "Terrorismus" sei dagegen per Definition "illegal", indem er die Regeln des internationalen Kriegsrechts von vornherein missachte.

(Daniel Jahn/afp)

 
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