SVP-Kampagnen sind ein Sicherheitsrisiko
publiziert: Sonntag, 30. Sep 2007 / 11:13 Uhr

Bern - Die Anti-Ausländer-Kampagnen der SVP sind ein Sicherheitsrisiko für Schweizerinnen und Schweizer im Ausland. Dieser Ansicht ist Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey, wie sie in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag» erklärte.

Ein SVP Plakat, das von unbekannten politischen Gegnern verschmiert wurde.
Ein SVP Plakat, das von unbekannten politischen Gegnern verschmiert wurde.
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Diese «fremdenfeindliche Haltung» sei ein Risiko für Schweizer Vertretungen im Ausland ebenso wie für Schweizer Touristen und Geschäftsleute.

Darauf angesprochen, dass ausländische Zeitungen über die Schaf-Kampagne, die Initiative zu einem Verbot von Minaretten und die Ausschaffungsinitiative der SVP berichten, erklärte die Aussenministerin, eine Veränderung des Images der Schweiz sei auch bei der UNO spürbar.

Auch Schweizer Diplomaten hätten über Reaktionen in ihren Gastländern berichtet, sagte die Chefin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten gegenüber der Sonntagsausgabe der «Mittellandzeitung» weiter.

«Man versteht die Schweiz nicht mehr. Was im Moment in unserem Land geschieht, stimmt nicht mit den Werten überein, die wir weltweit verteidigen.» Sie sei besorgt um das Image der Schweiz.

Fremdenfeindlichkeit nicht unsere Tradition

«Diese Fremdenfeindlichkeit entspricht nicht unserer Tradition. Die Schweiz ist ein offenes Land, verdient einen von zwei Franken im Ausland. Was hätten wohl die Herren Brown, Boveri und Nestlé davon gehalten, wären sie als schwarze Schafe gezeichnet worden», fragte Calmy-Rey.

Sie fügte hinzu, jene Partei, die mit der Schweizer Flagge werbe, sei die am «wenigsten schweizerische Partei. Die SVP-Kampagnen seien Ausdruck von »Hass und Xenophobie«.

Zudem werde darin »die Realität der Schweiz unwahr dargestellt, dramatisiert«. Der grösste Teil der Ausländer komme nämlich aus EU- und EFTA-Staaten.

Ferner warnte Calmy-Rey vor einer Marginalisierung von Minderheiten: »Alles, was nicht dem Klischee einer heilen Schweiz entspricht - ein Klischee, das nichts mit der Realität zu tun hat - wird marginalisiert.« In den Sechziger Jahren seien die Italiener Zielscheibe gewesen.

(smw/sda)

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